27.02.2020

Geschäftsverlauf im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20

(1. Oktober 2019 – 31. Dezember 2019)
Highlights
  • Solider Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2019/20; Konzernergebnis stieg dank geringerer Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften um 40,3 %
  • Anteil der erneuerbaren Stromerzeugung erhöhte sich auf 49,7 %
  • Ergebnisentwicklung im Segment Netze erwartungsgemäß durch niedrigere Tarife belastet
  • Mittelfristiges Investitionsprogramm (etwa 400 Mio. Euro p.a.) mit Schwerpunkten in Niederösterreich in den Bereichen Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung, Naturwärme und Trinkwasserversorgung planmäßig in Umsetzung
  • Auftragseingang für ein Abwasserprojekt (Kläranlage und Kanalnetz-Infrastruktur samt Pumpstationen) in Kuwait im Jänner 2020
  
Kennzahlen
  • Umsatz: –3,3 % auf 576,2 Mio. Euro
  • EBITDA: +16,8 % auf 190,6 Mio. Euro
  • EBIT: +21,9 % auf 118,8 Mio. Euro
  • Konzernergebnis: +40,3 % auf 82,9 Mio. Euro
  • Nettoverschuldung: 1.127,4 Mio. Euro (30. September 2019: 999,5 Mio. Euro)
  
Energiewirtschaftliches Umfeld
Der temperaturbedingte Energiebedarf lag im ersten Quartal 2019/20 in allen drei Kernmärkten der EVN unter dem langjährigen Durchschnitt. Allerdings war es in Niederösterreich im Vergleich zum sehr milden ersten Quartal des Vorjahres wieder etwas kälter. Die Marktpreise für Strom, Erdgas und Kohle waren im Berichtszeitraum rückläufig, während jene für CO2-Emissionszertifikate im Berichtszeitraum anstiegen.
  
EBITDA, EBIT und Konzernergebnis über Vorjahresniveau
Die Umsatzerlöse der EVN lagen im ersten Quartal 2019/20 mit 576,2 Mio. Euro um 3,3 % unter dem Vorjahresniveau. Zurückzuführen war dies vor allem auf Rückgänge in der thermischen Erzeugung und im Segment Netze. Gegenläufig dazu legten die Energieerlöse in Bulgarien ebenso zu wie der Umsatz im internationalen Projektgeschäft.
 
Korrespondierend mit der geringeren thermischen Erzeugung ging auch der Primärenergieeinsatz zurück. Dadurch nahm der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger im Berichtszeitraum um 12,9 % auf 263,1 Mio. Euro ab, allerdings nach einem Anstieg durch die Bewertung von Absicherungsgeschäften im Vorjahr. Einen positiven Effekt hatten zudem geringere Beschaffungskosten für Erdgas, geschuldet vor allem einem Rückgang der Großhandelspreise sowie niedrigeren Bezugsmengen.
 
Die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand nahmen – bedingt durch die Entwicklung im internationalen Projektgeschäft – um 6,9 % auf 65,8 Mio. Euro zu.
 
Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter konnte im ersten Quartal 2019/20 auf 29,1 Mio. Euro (Vorjahr: 6,5 Mio. Euro) zulegen. Neben einem positiven Einmaleffekt bei der RAG resultierte dieser Anstieg vor allem aus einer deutlichen Ergebnisverbesserung bei der EVN KG. Allerdings hatten hier im Vorjahr gestiegene Großhandelspreise in der Beschaffung und stichtagsbedingt negative Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften für Belastungen gesorgt.
 
Auf Basis dieser Entwicklungen erhöhte sich das EBITDA um insgesamt 16,8 % auf 190,6 Mio. Euro. Höhere Investitionen, die mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 verbundene Aktivierung von Nutzungsrechten sowie durch Wertaufholungen per 30. September 2019 gestiegene Buchwerte von Sachanlagen bewirkten einen Anstieg der planmäßigen Abschreibungen um 9,2 % auf 71,6 Mio. Euro. Die EVN erzielte damit per Saldo ein EBIT von 118,8 Mio. Euro (Vorjahr: 97,4 Mio. Euro).
 
Das Finanzergebnis verbesserte sich im Berichtszeitraum auf –10,7 Mio. Euro (Vorjahr: –15,5 Mio. Euro). Per Saldo belief sich das Konzernergebnis auf 82,9 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 40,3 %.
 
Solide Bilanzstruktur
Die EVN verfügt über eine solide und stabile Kapitalstruktur, die als Grundlage für die Umsetzung ihrer Investitionsschwerpunkte in Niederösterreich in den nächsten Jahren dient. Die Nettoverschuldung der EVN war in den letzten Jahren kontinuierlich reduziert worden und bewegt sich nunmehr – mit stichtagsbedingten Schwankungen – auf einem Niveau von etwa 1 Mrd. Euro.
  
Mittelfristiger Investitionsplan
Die EVN arbeitet weiterhin an der konsequenten Umsetzung ihrer Investitionsstrategie, die jährliche Investitionen in der Größenordnung von 400 Mio. Euro vorsieht. Davon fließen jährlich rund 300 Mio. Euro in die Netzinfrastruktur, die erneuerbare Erzeugung, die Naturwärme und die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich. Im Bereich der erneuerbaren Erzeugung setzt die EVN den Windkraftausbau in Richtung der angestrebten 500 MW fort (Stand 30. September 2019: 367 MW installierte Windkraftkapazität). Entsprechende Rahmenbedingungen vorausgesetzt, sollte dieses Ziel bis Ende 2023 erreichbar sein. Zudem prüft die EVN auch die Realisierbarkeit von großflächigen Photovoltaik-Anlagen in ihren Versorgungsgebieten. Im Bereich Stromnetze leisten die Investitionen einen wesentlichen Beitrag zu Versorgungssicherheit und -qualität. Ein zusätzlicher Investitionszyklus beginnt hier aktuell auch durch die Ausrollung der Smart Meter in Niederösterreich.
  
Entwicklungen im Energie- und Umweltgeschäft
 Energiegeschäft
 Die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie lag im Berichtszeitraum mit 544 GWh um 4,6 % über dem Vorjahresniveau. Im Bereich der Windkraft konnte die EVN ihre Erzeugung trotz geringeren Winddargebots dank der Inbetriebnahme neuer Windkraftanlagen im Vorjahr steigern. Das Wasserdargebot lag über Vorjahresniveau, jedoch unter dem langjährigen Durchschnitt.
 
Nahezu eine Halbierung verzeichnete die Stromerzeugung aus Wärmekraftwerken, nachdem im August 2019 die Stromerzeugung aus Steinkohle im Kraftwerk Dürnrohr beendet worden war. Zudem lag der Einsatz des thermischen Kraftwerks Theiß zur Netzstabilisierung unter dem Vorjahreswert.
 
Umwelt- und Wassergeschäft
 Sichere Trinkwasserversorgung in höchster Qualität für Niederösterreich ist ein strategischer Schwerpunkt der EVN. Vor diesem Hintergrund wird die EVN bis 2030 insgesamt rund 165 Mio. Euro in die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich investieren. Außerdem arbeitet die EVN seit kurzem an der Errichtung ihrer bereits fünften Naturfilteranlage. Diese Anlage in Petronell soll ab Ende 2021 etwa 50.000 Menschen in zehn Gemeinden in der Region östlich des Flughafens Wien-Schwechat mit weichem Trinkwasser versorgen.
 
Im internationalen Projektgeschäft war die für dieses Geschäftsfeld zuständige Tochtergesellschaft WTE Wassertechnik zum Stichtag 31. Dezember 2019 mit der Umsetzung von insgesamt acht Generalunternehmeraufträgen in Litauen, Polen, Rumänien, Kroatien und Bahrain befasst.
 
Im Jänner 2020 erhielt das Konsortium, dem die WTE Wassertechnik und ein kuwaitischer Finanzinvestor zu je 50 % angehören, den Zuschlag zur Errichtung des Abwasseraufbereitungsprojekts Umm Al Hayman in Kuwait. Die WTE Wassertechnik wird als Generalunternehmer die Planung und den Bau insbesondere einer Kläranlage (Auftragswert umgerechnet rund 600 Mio. Euro) sowie – mit Partnern – eines Kanalnetzes mit Pumpstationen (Auftragswert umgerechnet rund 950 Mio. Euro) verantworten.
 
Bestätigung des Ausblicks für das Geschäftsjahr 2019/20
Unter der Annahme durchschnittlicher energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen erwartet die EVN für das Geschäftsjahr 2019/20 ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von 200 bis 230 Mio. Euro. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf die im Geschäftsjahr 2018/19 berücksichtigten positiven Bewertungseffekte im Ausmaß von rund 110 Mio. Euro nach Steuern zurückzuführen. Für das Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit wird damit eine konstante Entwicklung erwartet. 
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