01.10.2007

EVN setzt Energiekonzept für den niederösterreichischen Zentralraum zügig um

Kraftwerk Dürnrohr wird Drehscheibe für Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energie
Grundsteinlegung für 3. AVN Verbrennungslinie / Fernwärmekooperation mit St. Pöltener Stadtwerken / Guter Baufortschritt bei Biomasse-Versuchsanlage

Energie aus Müll

Am 1. Oktober 2007 findet die Grundsteinlegung für die Linie 3 der thermischen Abfallverwertungsanlage durch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und EVN Vorstandssprecher Dr. Burkhard Hofer in Dürnrohr / Zwentendorf statt. Seit der Inbetriebnahme der ersten beiden Verbrennungslinien wurden von der AVN bereits 1.370.000 Tonnen Abfall thermisch behandelt. Der bei der Müllverbrennung entstehende Prozessdampf wird mittels Rohrleitung in das benachbarte Wärmekraftwerk geleitet und statt fossiler Brennstoffe zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Pro Jahr erzeugt die EVN aus dem Energieinhalt des Abfalls Strom für über 100.000 niederösterreichische Haushalte. Mit Fertigstellung der Linie 3 im Jahr 2009 steigt die Verbrennungskapazität der Gesamtanlage von 300.000 Tonnen auf über 500.000 Tonnen Abfall pro Jahr.

Energie aus Biomasse

In Zukunft wird am Standort Dürnrohr nicht nur Müll als hochwertiger Ersatzbrennstoff zur Energieerzeugung genutzt werden, sondern auch Biomasse. In einer in Bau befindlichen Biomasse-Versuchsanlage soll aus Feldbiomasse wie Stroh und Luzerne in einem industriellen Verfahren Biogas erzeugt und ebenfalls als Ersatzbrennstoff im Kraftwerk Dürnrohr eingesetzt werden. Bei dieser Anlage werden großtechnisch erprobte Einzelkomponenten eingesetzt. Die Biomasse-Versuchsanlage verfügt über eine thermische Leistung von 3 Megawatt, ein Ausbau bis zu 120 Megawatt in mehreren Stufen ist geplant.

Fernwärme für St. Pölten

Ab der Heizsaison 2009/2010 wird die EVN zwei Drittel der benötigten Fernwärme zur Versorgung der NÖ Landeshauptstadt St. Pölten aus ihren Kraftwerksanlagen in Dürnrohr/Zwentendorf zur Verfügung stellen. Über eine 31 Kilometer lange Fernwärme-Transportleitung werden ab diesem Zeitpunkt rund 200 GWh Fernwärme pro Jahr an Kunden in St. Pölten geliefert werden. Die Wärme stammt aus drei Quellen: Aus der Müllverbrennungsanlage, dem Wärmekraftwerk Dürnrohr selbst und aus der Biomasseanlage, die derzeit auf demselben Areal errichtet wird. Alleine die Nutzung der Abwärme aus diesen Anlagen spart rund 21 Mio. Tonnen Erdgas pro Jahr und mehr als 40.000 Jahrestonnen an CO2 -Emissionen in St. Pölten. Zur Realisierung des Vorhabens gliedert die Stadt St. Pölten ihre Fernwärmeaktivitäten aus den St. Pöltener Stadtwerken in eine eigene Gesellschaft aus, an der die EVN 49 % erwirbt.

Die spezialisolierte Wärmeleitung führt von Dürnrohr/Zwentendorf ausgehend über den Perschlingtalkanal und das Traisental bis nach St. Pölten. Sie hat einen Durchmesser von 450 Millimeter und ist die längste Fernwärme-Transportleitung Österreichs. Die Investitionskosten betragen rund 35 Mio. EUR. Mit der Errichtung wird bereits in den nächsten Wochen begonnen, die Bauzeit beträgt ca. eineinhalb Jahre.

Die Investitionskosten für alle drei Projekte betragen mehr als 200 Mio EUR.
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