15.12.2005

Die Strategie geht auf: EVN AG zieht positive Bilanz für 2004/05

Die Strategie geht auf: EVN AG zieht positive Bilanz für 2004/05
(1. Oktober 2004 - 30. September 2005)

  • Deutliche Ergebnissteigerung trotz hohen Kostendrucks
  • Anhebung der Dividende von 0,95 EUR auf 1,15 EUR (+21,1%)
  • Mehrheitliche Übernahme von zwei bulgarischen Stromversorgern – Intergation schreitet zügig voran
  • Stärkung des Gasgeschäfts durch die Übernahme der Mehrheit an der RAG Beteiligungs AG
  • Starker Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien in Niederösterreich
  • Ausweitung des Projektgeschäfts im Wasser- und Abfallbereich

Im Geschäftsjahr 2004/05 konnte die EVN ihr Ergebnis bei allen wesentlichen Kennzahlen deutlich steigern. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 33,3 % auf 1.609,5 Mio EUR (1.207,3 Mio EUR), das EBITDA wuchs um 12,6 % auf 335,2 Mio EUR (297,6 Mio EUR), das EBIT um 12,6 % auf auf 131,0 Mio EUR (114,6 Mio EUR). Die EVN Gruppe erzielte ein Konzernergebnis von 144,4 Mio. EUR, das damit um 22,9 % gegenüber dem Vorjahr (117,4 Mio EUR) zulegen konnte. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 3,53 EUR (3,08 EUR). 2004/05 war für die EVN AG eines der erfolgreichsten Jahre in der Unternehmensgeschichte.

Mit der mehrheitlichen Übernahme von zwei bulgarischen Stromverteilungsgesellschaften im Jänner 2005 setzte die EVN Gruppe einen deutlichen Internationalisierungsschritt, der zu einer Steigerung der Umsatzerlöse in Mittel- und Osteuropa von 8,2 % auf 24,6 % führte. Damit einher geht auch die Verdreifachung der Kundenbasis im Strombereich und die Verdoppelung des Stromverkaufs an Endkunden. Auch das Umweltgeschäft mit Wasser und thermischer Abfallverwertung lieferte erfreuliche Umsatz- und Ergebnisbeiträge.

Umsatzerlöse und Aufwendungen

Die positive Erlösentwicklung in allen Geschäftsbereichen führte im Geschäftsjahr 2004/05 zu einer Steigerung der Umsatzerlöse um 33,3 % auf 1.609,5 Mio EUR. Hierzu trugen die erstmalige Konsolidierung der beiden bulgarischen Stromversorger, die gesteigerte Stromproduktion sowie die Ausweitung des Projektgeschäfts in den Bereichen Wasser und Abfall bei. Die weiterhin steigende Belastung durch hohe Primärenergie- und Strombezugspreise sowie die Kosten für den Zukauf von CO2-Zertifikaten konnten dadurch bei weitem wettgemacht werden. Die Aufwandsposition für Fremdstrombezug und Energieträger stieg um 48,0 % auf 750 Mio EUR, was allerdings auch auf die erstmalige Einbeziehung der beiden bulgarischen Tochtergesellschaften zurückzuführen ist.

Durch die Übernahme der beiden bulgarischen Stromversorger wuchs die Zahl der Mitarbeiter in der EVN Gruppe um 4.046 Personen bzw. 155,1 % deutlich auf 6.654 Personen im Durchschnitt an. Das machte sich aufgrund des niedrigeren Lohnniveaus in Bulgarien jedoch nur unterproportional im Personalaufwand bemerkbar, der um 15,9 % auf 232,3 Mio EUR stieg. Die Abschreibungen erhöhten sich im Berichtszeitraum um 11,6 % auf 204,2 Mio EUR. Bei den planmäßigen Abschreibungen sorgte vor allem die Erweiterung des Konsolidierungskreises und die laufende Investitionstätigkeit der EVN für Zuwachs. Außerplanmäßige Wertberichtigungen in Folge von Impairment Tests wurden im Geschäftsjahr 2004/05 in Höhe von 46,4 Mio EUR vorgenommen.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Trotz außerplanmäßiger Abschreibungen stieg auch das operative Ergebnis 2004/05 mit 131,0 Mio EUR um 14,3 % deutlich. Die EBIT-Marge bleibt allerdings aufgrund der vorerst geringeren Profitabilität der bulgarischen Gesellschaften und der hohen Gasbezugspreise mit 8,1 % unter dem Vorjahresniveau von 9,5 %.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis belief sich auf 55,2 Mio EUR und lag damit um 33,9 Mio EUR über dem Vorjahreswert von 21,3 Mio EUR. Ausschlaggebend dafür war vor allem die erfreuliche Entwicklung nahezu aller Beteiligungen.

Unversteuertes Ergebnis und Jahresüberschuss

Das unversteuerte Ergebnis für das Geschäftsjahr 2004/05 der EVN Gruppe liegt mit 186,2 Mio EUR um 37,0 % über dem Vorjahr und konnte damit markant zulegen. Nach Abzug von Ertragssteuern und Anteilen anderer Gesellschafter stieg der Konzerngewinn auf 144,4 Mio EUR, ein Plus von 22,9 %.

Dividendenvorschlag

Der Vorstand wird der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,00 EUR zuzüglich 0,15 EUR Bonusdividende je Aktie (2003/04: EUR 0,95) vorschlagen.

Bulgarien – Zügige Integration der neuen Beteiligungen

Anfang 2005 hat die EVN mit der Übernahme von zwei regionalen Stromversorgern erfolgreich an der Privatisierung der bulgarischen Energiewirtschaft teilgenommen. Mit dieser Akquisition konnte das Unternehmen nicht nur das bestehende Energiegeschäft deutlich ausbauen, sie erschließt auch das hohe Potenzial eines dynamisch wachsenden EU-Beitrittskandidaten. Wesentliche Fortschritte machte noch im Berichtszeitraum der unmittelbar nach Übernahme der beiden Gesellschaften gestartete Integrationsprozess. Während in der ersten Phase die Führungsintegration im Mittelpunkt stand, wurden im Rahmen eines breit angelegten Projekts mittlerweile auch mögliche Verbesserungspotenziale erhoben. Um eine schlagkräftige Struktur für die beiden Unternehmen zu schaffen, wurden zentrale Funktionen zusammengezogen, seit August 2005 weisen beide Unternehmenszentralen eine vereinheitlichte Struktur auf. Schrittweise wird nun eine zweistufige Regionalorganisation nach dem Muster der EVN implementiert. Ziel ist es, das Geschäft in dem ab 2007/08 voll liberalisierten bulgarischen Strommarkt auf Basis wettbewerbsfähiger Strukturen erfolgreich auszubauen und dadurch eine verlässliche und kostengünstige Stromversorgung für die Kunden sicherzustellen.

Stärkung des Gasgeschäfts

Mit der Übernahme der Mehrheit an der RAG Beteiligungs AG – sie hält 75 % an der Rohöl-Aufsuchungs-AG (RAG) – hat die EVN ihr Gasgeschäft deutlich gestärkt. Die RAG ist als zweitgrößtes österreichisches Unternehmen im Bereich der Öl- und Gasproduktion höchst erfolgreich und profitabel und verfügt auch über bedeutende Speicherkapazitäten. Mit einer Förderung von mehr als 700 Mio m3 pro Jahr zeichnet sie für rund 40 % der heimischen Erdgasproduktion verantwortlich.

Umweltbereich wächst weiter

Hohe Dynamik verzeichnet die EVN Gruppe in dem aus dem Wasser-, Abwasser- und Abfallgeschäft bestehenden Umweltbereich. Diese Geschäftsfelder tragen in zunehmendem Maß zu Umsätzen und Ergebnissen der Gruppe bei und bilden damit gerade vor dem Hintergrund tendenziell abnehmender Margen im Energiegeschäft ein wichtiges zusätzliches Standbein. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Umweltbereich bereits 13,7 % zum Umsatz und 31,2 % zum operativen Ergebnis der Gruppe beigesteuert.

Die europäische Abfallwirtschaft steht vor dem Eintritt in eine neue, dynamische Phase: Durch die Verschärfung der Umweltgesetzgebung in der EU wird eine reine Deponierung von Abfall ohne vorherige Behandlung zunehmend unzulässig, sodass die thermische Verwertung sichtbar an Bedeutung gewinnt. EVN hat sich mit der Errichtung einer derartigen Anlage in Niederösterreich für diesen Markt rechtzeitig positioniert. Anfang 2004 nahm die Anlage ihren Betrieb auf und liefert seither positive Ergebnisbeiträge. Durch Einbindung der erzeugten Wärme in den Stromerzeugungsprozess des benachbarten Wärmekraftwerks Dürnrohr konnte die EVN hier auch in umwelttechnischer Hinsicht eine optimale Lösung realisieren. Das im Zuge dieses Projekts erworbene Know-how wird nun für weitere Projekte genutzt – so etwa bei einer Anlage mit einer Kapazität von 360.000 t für die Stadt Moskau.

EVN investiert in Nutzung erneuerbarer Energien – Wind und Biomasse
Auch im Bereich der Stromerzeugung setzt die EVN Akzente für Ressourcenschonung und Umweltschutz und investiert in zunehmendem Maß in den Ausbau umweltfreundlicher Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Bis Mitte 2006 erhöht die EVN ihre Erzeugungsleistung aus Windkraft von derzeit 30 MW auf 110 MW. Gemeinsam mit zwei ebenfalls in Bau befindlichen Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen investiert die EVN damit in den nächsten Monaten rund 130 Mio EUR in den Ausbau dieses Bereichs.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2005/06 rechnet die EVN mit einem weiteren Umsatz- und Ergebnisanstieg. Hauptgründe sind die erstmals zwölfmonatige Einbeziehung der bulgarischen Tochtergesellschaften sowie das weitere Wachstum des Wasser- und Abfallbereichs. Dadurch wird es auch zu einem weiteren Anstieg der Beiträge aus den mittel- und osteuropäischen Ländern am Gesamtergebnis der EVN Gruppe kommen.

Die Investitionen werden sich 2005/06 aufgrund weiterer Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien sowie Investitionen in die Netzinfrastruktur und das Zählerwesen in Bulgarien gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhen.

Auch in Zukunft setzt die EVN auf ein forciertes Wachtum bei zunehmender Internationalisierung in allen Geschäftsfeldern.

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