27.08.2009

Geschäftsverlauf 1.-3. Quartal 2008/09

Positive Umsatz- und EBIT-Entwicklung trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen
(1. Oktober 2008 – 30. Juni 2009)

  • Positive Umsatz- und EBIT-Entwicklung trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen
  • Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt
  • Grundsteinlegung für die Errichtung von drei Speicherkraftwerken in Albanien
  • Konzession für die Ergasverteilung und -versorgung an der kroatischen Adriaküste
  • Starke Geschäftsentwicklung im Umweltbereich

Das konjunkturelle Umfeld verschlechterte sich in der Berichtsperiode (1. Oktober 2008 – 30. Juni 2009): Die weltweite Wirtschaftskrise hat im 1. Quartal 2009 Österreich und Südosteuropa voll erfasst. Die Folgen der Wirtschaftskrise haben sich in den letzten Monaten in der Energiewirtschaft Europas verschärft: Nach einem deutlichen Preisverfall für Primärenergie und Strom seit Mitte 2008 ging die Energienachfrage seit Anfang dieses Jahres deutlich zurück, vor allem bei Industriekunden.

EVN konnte sich in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2008/09 in einem schwierigen Marktumfeld behaupten: So waren die negativen Einflussfaktoren, insbesondere der Rückgang des Energieverbrauchs, aufgrund der stabilen Kundenstruktur nur wenig wirksam, und der operative Geschäftsverlauf hat sich verbessert: Die Umsatzerlöse stiegen um 16,7 % auf 2.150,2 Mio EUR, das operative Ergebnis lag mit 179,2 Mio EUR um 8,3 % über dem Vorjahresniveau. Von diesem Anstieg entfielen 2,9 Mio EUR auf das Segment Energie und 7,9 Mio EUR auf das Segment Umwelt. Das Finanzergebnis war geprägt von einem niedrigeren Beteiligungsergebnis und ging von 72,2 Mio EUR auf 45,1 Mio EUR zurück. In Summe sank das Konzernergebnis um 7,6 % auf 175,6 Mio EUR.

Im Segment Energie wurde ein Umsatzanstieg um 16,0 % auf 1.972,0 Mio EUR erzielt, der aus dem höheren Preisniveau für Strom, Gas und Wärme – zur teilweisen Kompensation der bereits in der Vorperiode stark gestiegenen Energiebeschaffungskosten – sowie von höheren Absatzmengen an Strom in Südosteuropa resultierte. Der Geschäftsverlauf im Segment Umwelt war geprägt von mehreren neuen als auch den bestehenden Projekten und führte ebenfalls zu einer deutlichen Erhöhung der Umsätze um 40,8 % auf 162,3 Mio EUR. 

Fortsetzung der langfristigen Investitionspolitik
EVN hat in den ersten drei Quartalen 2008/09 trotz der aktuellen Wirtschaftskrise ihre Strategie und selektive Investitionspolitik konsequent fortgesetzt.

Im 3. Quartal 2008/09 konnten im Bereich Energie weitere Expansionsschritte vorbereitet werden: Die Grundsteinlegung für die Errichtung von drei Spitzenlast-Speicherkraftwerken am Fluss Devoll in Albanien erfolgte Anfang Juni 2009. Mit der erfolgreich bestandenen Druckprobe des Kessels für das Kohlekraftwerk Duisburg-Walsum Anfang Juli 2009 wurde ein wichtiger Meilenstein in der Errichtung dieser Anlage erreicht. Die Aufnahme der Stromerzeugung ist im Jahr 2010 geplant. Am Standort des AKW Zwentendorf wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Stromproduktion von 180 MWh in Betrieb genommen, die einen weiteren Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energie darstellt. Im Netzbereich bildeten der Ausbau und die Adaptierung des niederösterreichischen Strom- und Gasnetzes weiterhin den zentralen Investitionsschwerpunkt: So erfolgte im 3. Quartal 2008/09 die Inbetriebnahme des ersten Teilstücks der 110-kV-Leitung „Gänserndorf-Bisamberg“. Der Spatenstich des überregionalen Gasfernleitungsprojekts „Südschiene“ fand im Juli 2009 statt. Im Geschäftsfeld Vertrieb lag der Fokus der Investitionen neben dem kontinuierlichen Ausbau des Fernwärmenetzes auf der Weiterführung der Bauarbeiten an der Wärmetransportleitung zwischen Dürnrohr und St. Pölten. In Südosteuropa wurde weiterhin in den Ausbau der Netz- und Zählertechnik investiert.

Im Umweltbereich entfiel in den ersten drei Quartalen 2008/09 der Großteil der Investitionen auf den Ausbau der Linie 3 der Thermischen Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr und auf die Errichtung der Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung mit Biogas am Standort der Kläranlage in Ljuberzy, Moskau.

Projektrealisierung und Neuaufträge im Segment Umwelt

WTE hat ihre Marktführerschaft im baltischen Wasserver- und Abwasserentsorgungssektor gestärkt: Im Mai 2009 wurden Kläranlagen in Kohtla-Järve, Estland, in Betrieb genommen. Im Juni 2009 erhielt WTE den Auftrag zur schlüsselfertigen Errichtung und Erweiterung einer Schlammbehandlungsanlage auf der Kläranlage Siauliai, nordwestlich der litauischen Hauptstadt Vilnius, mit einem Investitionsvolumen von 20,0 Mio EUR. Auch in Montenegro setzte WTE ihren Erfolgskurs fort: Im Juli 2009 erhielt WTE nun den Zuschlag zur Errichtung eines Abwasserentsorgungssystems für die Gemeinde Budva. Das als BOOT-Modell geführte Projekt mit einem Investitionsvolumen von etwa 65,0 Mio EUR wird ab 2014 über eine Laufzeit von 30 Jahren von WTE betrieben.

Gesicherte langfristige Liquidität, weiterhin starke Bilanzstruktur
EVN hat in den ersten drei Quartalen 2008/09 fünf Anleihen im Ausmaß von insgesamt 470,0 Mio EUR begeben, davon eine Anleihe mit einem Volumen von 150,0 Mio EUR im 3. Quartal. Die Mittel wurden zur Tilgung fälliger Finanzverbindlichkeiten verwendet und dienen der Finanzierung der laufenden Investitionsprojekte. Bei einem Anstieg der Nettoverschuldung von 1.131,3 Mio EUR per 30. September 2008 auf 1.357,2 Mio EUR errechnet sich zum aktuellen Quartalsstichtag ein Gearing von 44,2 %.

Nach einem Anstieg auf 6.756,2 Mio EUR lag die Bilanzsumme der EVN um 1,8 % bzw. 120,0 Mio EUR über dem Niveau des letzten Bilanzstichtags 30. September 2008. Während das Ergebnis nach Ertragsteuern der ersten drei Quartale 2008/09 positiv auf das Eigenkapital wirkte, führten die erfolgsneutral erfasste Marktwertänderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft und die Ausschüttung der Dividende des Geschäftsjahres 2007/08 an die Aktionäre der EVN AG in Summe zu einem Rückgang des Eigenkapitals um 4,4 % bzw. 139,7 Mio EUR auf 3.068,8 Mio EUR. Die Eigenkapitalquote beträgt damit zum Quartalsende 45,4 %.

Ausblick bestätigt
Nach den ersten drei Quartalen können wir den bisherigen Ausblick für das Geschäftsjahr 2008/09 bestätigen. Wenngleich die Rezession der Gesamtwirtschaft zu entsprechenden Auswirkungen auf das Konzernergebnis führen wird, sollte aus heutiger Sicht – ohne etwaige negative Einflüsse aus politischen und regulatorischen Risiken – das operative Ergebnis des Vorjahres dennoch gehalten werden können. Das Finanzergebnis wird, vor allem aufgrund der niedrigeren Ergebnisbeiträge der im Primärenergiebe-reich tätigen Beteiligungsunternehmen der EVN, unter dem Vorjahresniveau bleiben.

Den vollständigen Aktionärsbrief über das 1.-3. Quartal 2008/09 finden Sie unter www.investor.evn.at.


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