30.05.2006

Positiver Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2005/06

Deutlicher Anstieg der Umsatzerlöse
(1.Oktober – 31. März 2006) 

  • Deutliche Verbesserung des Finanzergebnisses durch positive Entwicklung im Beteiligungsbereich
  • Mehrheitliche Übernahme des mazedonischen Stromversorgers ESM
  • Österreichische Stromlösung vor Realisierung
  • Positive Beiträge aus Bulgarien trotz umfangreicher Aufwendungen für Restrukturierung

Deutlicher Anstieg der Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der EVN Gruppe lagen im 1. Halbjahr 2005/06 mit 1.179,8 Mio EUR um 322,1 Mio EUR bzw. 37,6 % über dem Vorjahreswert und überschritten damit erstmals im Halbjahr die Grenze von 1 Mrd EUR. Maßgeblich für diese Entwicklung war – neben dem nach wie vor höchst erfolgreichen Projektgeschäft im Umweltbereich – das stark gewachsene Energiegeschäft.

Das operative Ergebnis (EBIT) der EVN Gruppe erhöhte sich im 1. Halbjahr 2005/06 um 25,8 Mio EUR bzw. 15,7 % auf 190,8 Mio EUR. Davon entfallen 170,4 Mio EUR auf das Energiegeschäft, 22,0 Mio EUR auf die Umweltaktivitäten der Gruppe sowie –1,6 Mio EUR auf den Bereich Sonstiges. Neben Zuwächsen im Umweltbereich aufgrund guter Projektfortschritte und höherer Erträge im Kraftwerksbereich waren für diese Verbesserung vor allem die positiven Beiträge der – im Vergleichszeitraum nur mit einem Quartal enthaltenen – bulgarischen Gesellschaften verantwortlich.

Das Finanzergebnis der EVN Gruppe zeigte im Berichtszeitraum insgesamt einen Zuwachs um 50,6 Mio EUR auf 81,4 Mio EUR. Hauptverantwortlich dafür war ein Anstieg des Beteiligungsergebnisses um 44,6 Mio EUR bzw. 98,5 % auf 89,9 Mio EUR. Er beruhte neben einem deutlichen Anstieg der Dividende der Verbundgesellschaft vor allem auf der sehr zufrieden stellenden Entwicklung der at Equity einbezogenen Unternehmen. Weiters wirkten sich das weitgehend stabile Zinsenergebnis und das sonstige Finanzergebnis aus.

Nach Berücksichtigung des Ergebnisanteiles anderer Gesellschafter (vor allem Fremdanteile an der RAG Beteiligungs AG sowie an den bulgarischen Stromverteilgesellschaften) ergibt sich ein Periodenergebnis von 194,7 Mio EUR. Es liegt um 30,5 % über dem Vorjahreswert von 149,2 Mio EUR.

Mehrheitliche Übernahme der Stromversorgung in Mazedonien

Zentrales Ereignis des Berichtszeitraumes war ohne Zweifel die neuerliche deutliche Erweiterung des EVN Konzerns durch die mehrheitliche Übernahme des mazedonischen Stromversorgungsunternehmens ESM AD Elektrostopanstvo na Makedonija (ESM). In einem internationalen Bieterverfahren erhielt die EVN den Zuschlag für den Erwerb einer Beteiligung in Höhe von 90 % an diesem Unternehmen. Das Closing erfolgte am 7. April 2006. Der Kaufpreis beträgt 225,0 Mio EUR. Mit dem Erwerb der neuen Tochtergesellschaft steigt die Zahl der Stromkunden der EVN Gruppe von 2,3 Mio auf rund 3,0 Mio, der jährliche Stromabsatz erhöht sich auf etwa 18.000 GWh.

Österreichische Stromlösung vor Realisierung

Deutliche Fortschritte wurden im Berichtszeitraum bei der Realisierung der Österreichischen Stromlösung erzielt. Wie mehrfach berichtet, besteht sie in einer Teilfusion der wesentlichen Stromversorger Ostösterreichs, die umfangreiche Synergien sowie eine Stärkung der Wettbewerbsposition aller beteiligten Unternehmen zum Ziel hat. Nach der grundsätzlichen Einigung mit der Verbund AG soll noch vor dem Sommer die nötige Abstimmung mit den Kartellbehörden erfolgen. Teilnehmer an der Österreichischen Stromlösung werden nunmehr die Partnerunternehmen der EnergieAllianz (EVN, Wienstrom und BEWAG) und die Verbund AG sein. Die oberösterreichischen Partner Energie AG und Linz AG sind per Ende April 2006 aus der EnergieAllianz ausgestiegen. Gleichzeitig erfolgte auch der Rückkauf der von EVN im Jahr 2002 erworbenen Anteile an der Energie AG im Ausmaß von 9,33 % durch das Land Oberösterreich. Der Kaufpreis beträgt vereinbarungsgemäß 178 Mio EUR und wird im Jänner 2007 fällig. Der Realisierung der Österreichischen Stromlösung steht vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe damit nichts mehr im Weg. Dadurch sollen umfangreiche strategische Vorteile ebenso wie eine Sicherung von österreichischem Wasserkraftstrom für Vertriebsgesellschaften und Kunden erreicht werden.

Umfangreiche Aktivitäten im Bereich Alternativenergien

Erhebliche Dynamik zeigt weiterhin der Bereich der Energieerzeugung aus alternativen Quellen. So stehen etwa in Mödling und Baden zwei große Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kurz vor ihrer Fertigstellung und sollen plangemäß in den nächsten Tagen in Betrieb gehen. Mit einer elektrischen Leistung von je 5 MW und einer thermischen Erzeugungskapazität von je 12 MW werden sie in unserem Erzeugungsportfolio einen wichtigen Platz einnehmen.

Nachdem Ende des Kalenderjahres 2005 der Windpark Japons fertig gestellt wurde, konnte im Frühjahr 2006 auch der Windpark Gänserndorf-Nord ans Netz gehen. Derzeit wird in fünf Windparks Ökostrom mit einer Gesamtleistung von 53 MW erzeugt. Weitere Projekte im Windkraftbereich sind die neuen Windparks Kettlasbrunn und Obritzberg-Statzendorf, die ebenfalls in den nächsten Wochen in Betrieb gehen werden.

Ausblick

Die EVN Gruppe entwickelt sich vor dem Hintergrund freundlicherer Konjunkturprognosen weiterhin sehr dynamisch. Wesentliche Impulse gehen dabei von der erstmals zwölfmonatigen Einbeziehung unserer bulgarischen Tochtergesellschaften, dem hohen Erzeugungsniveau in unseren eigenen Kraftwerken sowie dem weiteren Wachstum im Wasser- und Abfallbereich aus. EVN Vorstandssprecher Dr. Burkhard Hofer: Auf der Grundlage des guten Ergebnisses für das 1. Halbjahr und der positiven Entwicklung in allen Geschäftsbereichen rechnen wir daher auch für das gesamte Geschäftsjahr 2005/06 neuerlich mit deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Der Einstieg in die E-Wirtschaft  Mazedoniens bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt in der Umsetzung unserer Wachstumsstrategie und eröffnet auch für unsere künftige Tätigkeit in Südosteuropa interessante zusätzliche Perspektiven insbesondere in den Bereichen Gas, Wärme sowie Wasser/Abwasser und thermische Abfallverwertung. Von großem Interesse ist dabei auch das Wasser-kraftpotenzial in Mazedonien.
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