29.08.2006

Positiver Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen 2005/06

Umsatz und Ergebnis weiter gesteigert
(1. Oktober 2005 – 30. Juni 2006)

  • Umsatz und Ergebnis weiter gesteigert
  •  Deutliche Verbesserung des Finanzergebnisses
  • Erstkonsolidierung des mazedonischen Stromversorgers ESM AD im 3. Quartal und erstmals ganzjährige Einbeziehung der bulgarischen Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss
  • Entwicklungskonzept Zentralraum Niederösterreich

Umsatz und Ergebnis weiter gesteigert

Auf Basis von Erlössteigerungen in allen Geschäftsbereichen sowie aufgrund der erstmals ganzjährigen Konsolidierung der bulgarischen Tochtergesellschaften und der Erstkonsolidierung des neu erworbenen mazedonischen Stromversorgers ESM stieg der Konzernumsatz in den ersten drei Quartalen um fast ein Drittel auf 1.598,1 Mio EUR. Trotz der markant steigenden Strom- und Gasbezugspreise und der hohen Kosten der CO2-Emissionszertifikate legte das operative Ergebnis um 6,7 % auf 198,8 Mio EUR zu. Auf Basis des ausgezeichneten Beteiligungsergebnisses vorallem aufgrund von höheren Dividendenausschüt-tungen bei RAG und der Verbundgesellschaft erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern um 23,3 % auf 287,7 Mio EUR, das Periodenergebnis konnte im Einklang damit von zuvor 184,9 Mio EUR auf 207,3 Mio EUR gesteigert werden. Damit wuchs auch der Gewinn je Aktie um 12,1 % auf 5,07 EUR.

Mazedonien: Integration erfolgreich angelaufen

Mit dem Erwerb der Mehrheit der ESM (Elektrostopanstvo na Makedonija), dem Stromversorger Mazedoniens, Anfang April 2006 wurde die neue Tochtergesellschaft für das 3. Quartal 2005/06 erstmals in den Konzernabschluss der EVN Gruppe einbezogen. Auch die Integration der neuen 90 %-Tochter-gesellschaft hat unmittelbar begonnen und schreitet bereits zügig voran. Auf Basis der Erfahrungen mit den 2005 übernommenen bulgarischen Tochtergesellschaften konzentriert sich die EVN derzeit auf die Erarbeitung und Umsetzung eines Reorganisationskonzepts, um die Leistungsfähigkeit der ESM zu steigern und die Profitabilität zu erhöhen. In einem nächsten Schritt sollen gezielte Investitionen zur Reduktion der Stromverluste folgen.

Energie- und Infrastrukturprojekt für den niederösterreichischen Zentralraum

Ein Projekt von großer Bedeutung für Niederösterreich wurde bereits im Mai 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Vorhaben, dessen Ausgangspunkte das Kraftwerk und die Thermische Abfallverwertung in Dürnrohr sind, umfasst fünf Einzelprojekte, für die in den nächsten drei Jahren insgesamt rund 180 Mio EUR investiert werden:

  • die Errichtung einer Biomasse-Pyrolyseanlage, mit deren Hilfe aus Stroh, Holz, Energiepflanzen oder Energiekorn Gas erzeugt und für den Kraftwerksprozess genutzt werden kann,
  • die Schaffung der logistischen Voraussetzungen für die umweltfreundliche Anlieferung von Biomasse und Kohle auf dem Wasserweg über die nahe gelegene Donau,
  • eine Erweiterung der Fernwärmeversorgung für den Großraum St. Pölten durch Wärmeauskopplung aus dem Kraftwerk Dürnrohr und Errichtung einer 29 km langen Versorgungsleitung,
  • die Lieferung von Prozessdampf aus dem Kraftwerk für die Bioethanol-Anlage der Agrana im benachbarten Pischelsdorf sowie
  • die Erweiterung der thermischen Abfallverwertung mit einer Erhöhung der Wärmeleistung von derzeit 120 MW auf 210 MW.

Die Realisierung dieses Projektes hat zahlreiche positive Effekte: Durch die Erhöhung der Erzeugungskapazität und damit des Versorgungsanteils aus Eigenproduktion wird nicht nur die Krisen- und Versorgungssicherheit gesteigert, sondern auch die Unabhängigkeit der EVN in der Strom- und Wärmeerzeugung. Auch die Steigerung der Energieeffizienz trägt dazu spürbar bei. Gleichzeitig wird der Anteil erneuerbarer Energieträger an der gesamten Energieproduktion von derzeit rund 22 % auf 33 % gesteigert – neben der größeren Ausgewogenheit des Primärenergiemix und der verstärkten Nutzung heimischer Ressourcen bringt dies auch eine erhebliche CO2-Reduktion. In Summe werden durch die Substitution des Einsatzes von etwa 125.000 Tonnen Kohle pro Jahr rund 370.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden können.

Ausblick

In einem günstigen konjunkturellen Umfeld entwickelt sich die EVN Gruppe weiterhin sehr dynamisch. Zusätzlich zur erstmals ganzjährigen Konsolidierung der bulgarischen Tochtergesellschaften wirkt dabei die Einbeziehung der neuen mazedonischen Beteiligung ab dem 2. Halbjahr als wichtiger Umsatztreiber. Wesentliche Impulse gehen weiters vom hohen Erzeugungsniveau in den eigenen Kraftwerken sowie dem starken Wachstum im Wasser- und Abfallbereich aus. Auf dieser Grundlage wird für das Geschäftsjahr 2005/06 insgesamt mit deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen gerechnet.

EVN Vorstandsprecher Dr. Burkhard Hofer: „Vor dem Hintergrund steigender Primärenergiepreise setzt die EVN seit Jahren konsequent auf die Nutzung alternativer Energietechniken sowohl in der Strom- als auch Wärmeerzeugung. Wichtige Impulse konnten wir mit den beiden neuen Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Mödling und Baden, die für insgesamt 22.000 Haushalte Strom und für 14.000 Haushalte Wärme liefern sowie mit den beiden neuen Windparks Kettlasbrunn und Obritzberg/Statzendorf setzen. Insgesamt konnte die EVN ihre Stromerzeugungskapazitäten aus Windkraft seit Jahresbeginn mehr als verdoppeln und versorgt nun rund 70.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom. Besondere Bedeutung wird in den nächsten Jahren dem Energie- und Infrastrukturprojekt für den NÖ Zentralraum zukommen.“

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