03.07.1998

3. Quartal 1997/98

Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen 1997/98 Ergebnis durch Temperatureinfluß gedämpft
Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die energiewirtschaftliche Entwicklung der EVN war in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 1997/98 geprägt von überdurchschnittlich warmen Temperaturen, einer erheblich geringeren Wasserführung der Flüsse und einem damit einhergehenden erhöhten Einsatz von Strom aus thermischer Erzeugung, dem weiterhin positiven Konjunkturverlauf in Niederösterreich sowie einem fortgesetzt zügigen Ausbau der Wärmeversorgung.

Gemessen an der Heizgradsumme - sie gibt Aufschluß über den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke - war es in den ersten drei Quartalen um insgesamt 11,5 % wärmer als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Besonders hohe Temperaturen wiesen die Monate Dezember und Jänner mit einem Plus von jeweils mehr als 20 % auf, im April wurde der Vorjahreswert sogar um mehr als 40 % übertroffen.

Absatz- und Erlösentwicklung

Trotz dieser zum Teil dämpfenden Einflüsse konnte der Stromverkauf gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 0,5 % auf 4.590 GWh gesteigert werden. Als Folge der anhaltend hohen Temperaturen wurden jedoch bei den Tarifkunden auch nach Ablauf des 3. Quartals Absatzrückgänge um insgesamt 1,9 % verzeichnet. Die konjunkturbedingte Absatzsteigerung bei den Sondervertragskunden um 1,6 % sowie die markante Steigerung des Absatzes an die Verbundgesellschaft konnten diese Tendenz allerdings nicht ausgleichen, sodaß die Stromerlöse insgesamt um 1,1 % auf 5.992 Mio S zurückgingen, nicht zuletzt durch Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Marktliberalisierung.

Der Gasverkauf reduzierte sich infolge der Temperatureinflüsse gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres um 2,1 % auf 1.175 Mio m3. Während sich hier der Verkauf an Industrie und fremde Kraftwerke erhöhte (der Zuwachs betrug aufgrund höherer Nachfrage in beiden Sektoren insgesamt 3,8 %), lag der Absatz in den Ortsnetzen - trotz einer Erhöhung der Anzahl der Kundenanlagen - um 9,2 % unter dem Vorjahreswert. Insgesamt war damit bei den Gaserlösen ein Rückgang um 5,9 % auf 3.020 Mio S zu verzeichnen.

Der Wärmeverkauf erhöhte sich aufgrund der weiterhin lebhaften Ausbautätigkeit um 17,9 % auf 495 GWh. Der Verkauf an Tarifkunden nahm um 27,8 %, jener an Sondervertragskunden um 13,2 % zu. Bedingt durch die geringeren Durchschnittserlöse im Bereich der Sondervertragskunden konnten die Erlössteigerungen zwar nicht zur Gänze an die Absatzsteigerung anschließen, die Wärmeerlöse lagen mit insgesamt 260 Mio S dennoch um 15,6 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die anderen Umsatzerlöse - sie resultieren vornehmlich aus der Errichtung von Hausanschlüssen sowie aus dem Transport von Gas - blieben mit einem Rückgang von 0,7 % nahezu unverändert. Insgesamt lagen die Umsatzerlöse damit in den ersten drei Quartalen 1997/98 mit 9.542 Mio S um 2,3 % unter dem Vorjahreswert.

Aufwendungen

Die Aufwendungen für den gesamten Energieeinsatz waren mit einer Verminderung von 0,3 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres leicht rückläufig. Bedingt durch die erhöhte kalorische Eigenerzeugung ging zwar der Aufwand für Fremdstrombezug zurück, parallel dazu erhöhte sich jedoch der Aufwand für die Primärenergieträger Gas, Kohle und Öl.

Der durchschnittliche Personalstand lag in den ersten drei Quartalen bei 2.413 Mitarbeitern und damit um 151 Beschäftigte bzw. 5,9 % unter dem Wert der Vergleichsperiode des Vorjahres. Dieser Rückgang führte zusammen mit der geringeren Dotierung der Pensionsrückstellung zu einer Reduktion des Personalaufwands um 8,3 %.

Ergebnis

Trotz einer Verminderung der Aufwendungen liegt das operative Ergebnis infolge der Rückgänge bei den Umsatzerlösen mit 1.471 Mio S um 215 Mio S bzw. 12,8 % unter dem Vorjahreswert. Da das Finanzergebnis trotz einer Steigerung des Beteiligungsergebnisses vor allem infolge der verminderten Liquidität den Wert des Vorjahres nicht erreichen konnte, verringerte sich das unversteuerte Ergebnis um 295 Mio S oder
14,2 % auf 1.781 Mio S.

In einer a.o. Hauptversammlung wurde eine Änderung des Geschäftsjahres beschlossen, das damit in Hinkunft jeweils von 1. Oktober bis 30. September des Folgejahres laufen wird. Weiters wurde der Firmenwortlaut verkürzt und in "EVN AG" geändert.

Beteiligungen und Neue Geschäftsfelder

Die EVN konnte kürzlich ihre Position auf dem heimischen Gasmarkt weiter stärken: EVN erwarb mit den anderen Gesellschaftern der RAG-Beteiligungs-AG weitere 25 % an der Rohöl-Aufsuchungs-AG (RAG) und ist somit nun mittelbar zu insgesamt 30 % an der RAG beteiligt. Die RAG ist neben der Erdöl- und Gasexploration und -produktion seit einigen Jahren sehr erfolgreich auch mit der Speicherung von Erdgas befaßt. Diese Beteiligung hat für die EVN große strategische Bedeutung im Hinblick auf die Liberalisierung des Gasmarktes.

Ende Mai wurde der Gesellschafterkreis der UTA, der gemeinsamen Telekom-Tochter der neun Landesgesellschaften, um einen attraktiven internationalen Know-how Partner, der SWISSCOM, erweitert. Sie ist eines der führenden Telekom-Unternehmen Europas, das hohe Erfahrung sowohl im Festnetz- wie auch im Mobiltelefonbereich einbringt. Der Einstieg von SWISSCOM bedeutet eine deutliche Stärkung der Position der UTA als der führenden privaten Anbieterin von Telekommunikationsdiensten in Österreich.

Ausblick

EVN Generaldirektor Dr. Rudolf Gruber: "Aufgrund der außergewöhnlich warmen Witterung im Berichtszeitraum muß für das laufende Geschäftsjahr mit einer Ergebnisabschwächung gegenüber dem Vorjahr gerechnet werden.

Nach monatelanger Diskussion zeichnet sich nunmehr die neue Wettbewerbsordnung für die österreichische Elektrizitätswirtschaft ab. Diese stellt die EVN vor große Herausforderungen, eröffnet aber ebenso historische Chancen für unser Unternehmen."
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