08.08.2012

Archäologische Sensationsfunde bei Vorbereitungen für den Gasleitungsbau "Westschiene"

Sensationsfunde in Langenschönbichl und Afing
Die EVN Westschiene ist eine Gashochdruck-Transportleitung, die eine stabilere Versorgung der Kraftwerke, Großverbraucher und Haushalte ermöglicht. Die 150 km lange Leitung führt von Auersthal bis Amstetten.

Bei archäologischen Bergegrabungen wurden nun zwischen Langenschönbichl und Afing Sensationsfunde entdeckt. In den bisher aufgedeckten Verdachtsfällen wurden Siedlungen und Gräber aus urgeschichtlichen bis mittelalterlichen Perioden entdeckt, welche auf eine dichte Besiedlung des Gebiets während der letzen Jahrtausende hinweisen. In Moosbierbaum bei Tulln traten neben zahlreichen Siedlungsbefunden auch zwei Gräber der Schnurbandkeramischen Kultur (3. Jahrtausend v. Chr.) zu Tage. Als Beigaben wurden im östlicheren Grab zwei Ganzgefäße (Schüssel und Topf) gefunden. Zusätzlich konnte eine Kupferhaarspirale im Kopfbereich (Foto 1) als Trachtbestandteil festgestellt werden. Im westlicheren Grab befand sich ein Krug im Fussbereich, während eine Silexklinge und zahlreiche Steinabschläge im Hüftbereich dokumentiert wurden.

Einige hundert Meter östlich von Trasdorf wurde eine ausgedehnte Siedlung der Spätantike (4./5. Jhdt. n. Chr.) entdeckt. Darüber hinaus stieß man auf mehrere Öfen, bei denen es sich wohl um Keramikbrennöfen (Foto 2) handeln dürfte. Der Fund einer Tondüse deutet auch auf Metallverarbeitung vor Ort hin.

Als von besonderem Interesse erwies sich eine eingetiefte Hütte mit einer Größe von etwa 4,5 x 4 Metern. Zentral in der Mitte lag eine vom Grubenboden aus noch etwa 1,90 Meter tief erhaltene Vorratsgrube, die zweifellos mit einer Holzabdeckung verschlossen gewesen sein muss und zur Lagerung von Lebensmitteln gedient haben dürfte. Am oberen Rand dieser Grube wurde in einer kleinen Nische die Bestattung eines Säuglings (Foto 3) aufgefunden. Der Leichnam war hier in gestreckter Rückenlage ohne Beigaben beigesetzt worden.

In der KG Trasdorf wurden zwei Brandgräber entdeckt. Sie datieren in die späte Bronzezeit (Urnenfelderkultur) bzw. in die frühe Eisenzeit (Hallstattkultur); das entspricht etwa dem 8. Jhdt. v. Chr. Das erste Grab (Foto 4) wies etwas mehr als 2 Meter Länge und knapp 1,5 Meter Breite auf. Das zweite, nur etwa fünf Meter entfernte Grab war wesentlich kleiner.

Die Fülle und Vielfalt an bereits in der Anfangsphase vor der Zerstörung geretteten Objekten und Funden lässt vermuten, dass, da die Grabungen noch voraussichtlich bis Ende Oktober andauern werden, gewiss noch einige im Boden „schlummernde“ Überraschungen auf ihre Entdeckung warten.

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