27.12.2012

Bedeutende archäologische Funde entlang der EVN Westschiene

Durch die neuen Grabungen entlang der EVN Westschiene quer durch Niederösterreich wurden einige neue und zum Teil bedeutende archäologische Fundplätze entdeckt.
Durch die neuen Grabungen entlang der EVN Westschiene quer durch Niederösterreich wurden einige neue und zum Teil bedeutende archäologische Fundplätze entdeckt. Besonders an zwei Orten wurden wichtige Funde dokumentiert.

Große Siedlung in Trasdorf erforscht
In Trasdorf, am Südwestrand des Tullnerfeldes, wurde eine große Siedlung der Spätantike (5. Jhdt. n. Chr.) erforscht. Diese Ansiedlung dürfte für die Lebensmittelversorgung einer größeren Region eine bedeutende Rolle gespielt haben. So wurden zahlreiche Brotbacköfen sowie mehrere Dutzend Vorratsgruben entdeckt.

Als herausragender und für die Interpretation der gesamten spätantiken Siedlung von Trasdorf bedeutendster Befund wird die Entdeckung einer Darre angesehen.
Eine Darre ist eine Einrichtung zum Trocknen von Lebensmitteln. Sie besteht aus zwei Teilen: der Ofengrube und dem eigentlichen Dörr- bzw. Räucherraum; beide sind durch einen Rauchkanal verbunden.

„Steinschläger-Atelier“ aus der Jungsteinzeit in Wernersdorf
Als weiterer wichtiger Fundort erwies sich Wernersdorf, knapp nordwestlich von St. Pölten. Neben einer kleineren keltischen Siedlung gab es zahlreiche Funde der frühen Jungsteinzeit (5500 bis 4900 v. Chr.).

Am Nordrand der Siedlung konnte ein für technologische und wirtschaftliche Aspekte bedeutender Befund dokumentiert werden. In einer Grube wurden 159 Silices gefunden. Silices sind Abschläge und Geräte aus Feuerstein, die von Menschen in der Steinzeit als Werkzeuge, Waffen oder zum Feuer machen verwendet worden sind.

Bei diesem Platz handelt es sich augenscheinlich um einen Werkplatz bzw. Schlagplatz; man könnte von einem Steinschläger-Atelier sprechen. Derartige Befunde sind äußerst selten und geben einen guten Einblick in die damalige Steingeräteproduktion und deren Verteilung.

EVN Westschiene
Die EVN Westschiene ist eine Gashochdruck-Transportleitung, die eine stabilere Versorgung der Kraftwerke, Großverbraucher und Haushalte ermöglicht und eine wichtige Basis für den reibungslosen Speicherbetrieb und die Verbindung der Gasspeicher mit den Verbraucherzentren. Die 150 km lange Leitung führt von Auersthal bis Amstetten und soll bis Ende 2013 fertig gestellt sein.
Die Investitionskosten betragen rund 150 Mio. Euro.
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