13.12.1999

EVN Jahresbilanz 1998/99

Highlights Geschäftsjahr 1998/99 - Absatz- und Erlössteigerungen in allen Bereichen - EBIT vor außerplanmäßigen Maßnahmen über Vorjahr - Cash Flow aus dem operativen Bereich mit rd. 4 Mrd. ATS auf Höchststand - Preisdynamik der Marktliberalisierung erfordert außerplanmäßige bilanzielle Maßnahmen - Dividendenvorschlag in Vorjahreshöhe - Allianz mit den Wiener Stadtwerken
Energieerlöse

Die Entwicklung der Energieerlöse wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere durch die gegenüber dem Vorjahr tieferen Temperaturen und den dadurch gestiegenen Absatz vor allem bei Tarifkunden positiv geprägt. Die Anpassungs-maßnahmen bei den Verkaufspreisen hatten hingegen infolge des in der ersten Stufe liberalisierten Strommarktes sowie der im Gasgeschäft rückläufigen Durchschnittspreise dämpfende Auswirkungen auf die Erlöse. Insgesamt konnten die Energieerlöse im Zeitraum Oktober 1998 bis September 1999 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (zwölf Monate von Oktober 1997 bis September 1998) um 2,0 % auf 11.554 Mio ATS gesteigert werden.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger hielt sich im Geschäftsjahr 1998/99 trotz der kürzeren Berichtsperiode auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Personalaufwand konnte im Geschäftsjahr 1998/99 gegenüber der verlängerten Vergleichsperiode des Vorjahres trotz einer Erhöhung der kollektivvertraglichen Gehälter um durchschnittlich 2,6 % per 1. November 1998 um insgesamt 166 Mio ATS bzw. 5,8 % verringert werden. Trotz der Erweiterung des Konsolidierungskreises reduzierte sich der durchschnittliche Stand der im Konzern Beschäftigten um 140 Personen bzw. 5,8% auf 2.276 Mitarbeiter. Zum Bilanzstichtag betrug die Anzahl der Arbeitnehmer für die EVN AG 2.188 (Vorjahr: 2.316), für den Konzern 2.229 (Vorjahr: 2.343).

Das operative Ergebnis vor außerplanmäßigen Maßnahmen von 1.563 Mio ATS, das um 87 Mio ATS oder 5,9 % über dem Niveau des Vorjahres liegt, verdeutlicht den grundsätzlich erfolgreichen Verlauf des Geschäftsjahres 1998/99.

Außerplanmäßige Abschreibungen und Vorsorgen infolge der Strommarktliberalisierung

Die im Februar 1999 erfolgte Öffnung des Strommarktes hat sich hinsichtlich Ausmaß und Dynamik bei der Entwicklung der Stromverkaufspreise stärker ausgewirkt, als ursprünglich erwartet. So sind die Strompreise für zugelassene Kunden durch das Bestreben der in- und ausländischen Konkurrenz, neue Referenzkunden zu gewinnen, auf ein neues Tiefstpreisniveau gesunken.

Diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erforderten eine grundlegende Neubewertung der Kraftwerksanlagen und der Strombezugsrechte der EVN, die einen Wertberichtigungsbedarf in Höhe von 5.570 Mio ATS ergab. Dieser entspricht der nahezu vollständigen Abschreibung der Restbuchwerte der betroffenen Vermögensgegenstände. Diese nicht zahlungs-wirksamen bilanziellen Maßnahmen sind ihrem Charakter nach einmalig und führen durch die Entlastung der Ergebnisse kommender Geschäftsjahre zu einer Stärkung der Wettbewerbsposition der EVN.

Aufgrund dieser außerplanmäßigen Maßnahmen ergibt sich ein operatives Ergebnis von –4.007 Mio ATS.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis war im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die zum Bilanzstichtag gestiegenen Devisenkurse für Japanische Yen und Schweizer Franken und daraus resultierende stichtagsbezogene Währungsverluste bei den Fremd-währungsanleihen, durch den Wegfall einer im Vorjahr vorgenommenen Zuschreibung im Beteiligungsbereich und durch den Ausfall der Dividende bei der Verbundgesellschaft geprägt.

Unversteuertes Ergebnis

Insgesamt ergaben die beschriebenen Entwicklungen ein unversteuertes Ergebnis von –4.143 Mio ATS. Das Jahres-ergebnis liegt aufgrund der Aktivierung latenter Steuern – nach Berücksichtigung der Anteile anderer Gesellschafter –
bei –2.573 Mio ATS.

Dividendenvorschlag

Aufgrund des guten operativen Ergebnisses wird die Ausschüttung einer Dividende in unveränderter Höhe – das sind
30 ATS je Aktie – vorgeschlagen.

Ausblick

Die EVN sieht ihre Positionierung im liberalisierten Energiemarkt als leistungsfähiges regional situiertes Multi Service Utility, das neben dem Ausbau seiner angestammten integrierten Kerngeschäftsfelder in neue Bereiche, wie insbesondere Energiedienstleistungen, expandiert. Um jedoch zusätzliches Wachstum bei gleichzeitiger Verbesserung der Kosteneffizienz zu erreichen, sucht die EVN Allianzen mit ähnlich strukturierten Partnern. Ziel dieser Kooperation ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Cost Sharing, durch die Realisierung von Skaleneffekten sowie die Sicherung von Ertrags-potentialen entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette. In diesem Sinne versorgt die gemeinsame Vertriebsgesellschaft mit den Wiener Stadtwerken e&s neue und alte Kunden im In- und Ausland mit einem Volumen von inzwischen über 3.500 GWh. Als nächste operationschritte werden eine gemeinsame Energiehandelsgesellschaft sowie eine EDV-Dienstleistungsgesellschaft gegründet.

Generaldirektor Dr. Rudolf Gruber: "Ein Dreivierteljahr nach Beginn der Marktöffnung für Elektrizität wird deutlich, daß sich die Allianz EVN/WStW im neuen Wettbewerbsumfeld erfolgreich etablieren und die Marktchancen nutzen konnte.
Als Multi-Service Utility hat die EVN eine zukunftsorientierte Marktpositionierung. Die nun vorgenommenen außerplan-mäßigen Abschreibungen stärken die künftige Wettbewerbsfähigkeit."
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