01.09.2000

Ergebnis 3. Quartal 1999/2000

- Absatzsteigerungen bei Strom und Wärme - Anhaltend hohe Bezugspreise bei Gas - Operatives Ergebnis leicht unter Vor- jahr - Unversteuertes Ergebnis durch verbes- sertes Beteiligungsergebnis über Vor- jahr - Vielversprechender Pilotversuch zur Nutzung von Stromleitungen für Sprach- und Datenübertragung
Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Geschäftsentwicklung der EVN in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 1999/00 war geprägt von Temperaturen, die deutlich über dem langjährigen Durchschnitt lagen, der anhaltenden Konjunkturbelebung in Österreich, dem fortgesetzt lebhaften Ausbau der Gas- und Wärmeversorgung sowie dem anhaltend hohen Gaspreisniveau, die für erhebliche Belastungen beim Primärenergieaufwand sorgten.

Umsatzerlöse um 2,8 % über Vorjahr

Trotz der Einbußen im Gasbereich verzeichnete die EVN im Berichtszeitraum insgesamt eine Steigerung ihrer Energieerlöse. Hauptfaktoren dafür waren die Erhöhung der Stromerlöse infolge der Handelstätigkeit sowie der positive Verlauf des Wärmegeschäfts. Insgesamt liegen die Umsatzerlöse nach den ersten drei Quartalen um 2,8 % über dem Vorjahreswert.

Stromgeschäft dank Handelsaktivitäten deutlich ausgebaut

Die EVN konnte ihren Stromverkauf in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 1999/00 vor allem durch die infolge der Strommarktliberalisierung möglich gewordenen Handelstätigkeit deutlich steigern. Diese Verkaufs-entwicklung führte insgesamt – bei ückläufigen Erlösen im Endkundenbereich – zu einer Steigerung der Stromerlöse um 5,0 %. Bei den Endkunden konnte im Tarifkundensegment aufgrund der mit 1. März erfolgten Tarifsenkung lediglich eine Erlössteigerung von 1,2 % erzielt werden, die Erlöse bei Sondervertragskunden gingen infolge der gesunkenen Durchschnittserlöse überhaupt um 13,3 % zurück. Dieser Erlösrückgang konnte durch die Aufnahme der Stromhandelstätigkeit jedoch mehr als kompensiert werden.

Im Gasverkauf verzeichnete die EVN – vor allem temperaturbedingt –einen Rückgang von insgesamt 4,1 %. Die Gaserlöse lagen um insgesamt 4,7 % unter dem Niveau des Vorjahres. Die mit 1. Mai 2000 in Kraft getretene generelle Erhöhung der Gasverkaufspreise irkte sich im Berichtszeitraum de facto noch nicht aus, so daß im Ortsnetzbereich – auch durch den gesunkenen Verkauf – ein Erlösrückgang von 4,7 % zu verzeichnen war. Bei den Industriekunden hingegen lagen die Erlöse um 1,6 % über dem Vorjahresniveau.

Beim Wärmeverkauf sorgte der kontinuierliche Anlagenzuwachs trotz der vergleichsweise ungünstigen Temperatur-verhältnisse erneut für Verkaufszuwächse. Insgesamt konnten die Wärmeerlöse bei einer Absatzsteigerung von 2,1 % um 4,4 % ausgeweitet werden. Im Vordergrund standen dabei Verkaufserhöhungen im Tarifkundensegment.

Aufwendungen für Energiebeschaffung steigen überproportional

Der positiven Umsatzentwicklung stehen allerdings spürbare Belastungen aus der Primärenergiebeschaffung gegenüber. So bewirkte vor allem das weiterhin ansteigende Gaspreisniveau erhebliche Aufwandserhöhungen. Beim Fremd-strombezug hingegen sorgten stark gesunkene Bezugspreise dafür, daß die Aufwendungen nicht im selben Ausmaß anstiegen wie die bezogenen Mengen. Insgesamt lagen die Aufwendungen für den Energieeinsatz um 20,5 % über dem Vorjahresniveau. Der Material- und Betriebsaufwand konnte dank geringerer Aufwendungen für Instandhaltungen gegen-über dem Vorjahr um 9,1 % gesenkt werden.

In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 1999/00 betrug der Stand der durchschnittlich in der EVN Gruppe Beschäftigten 2.190 Mitarbeiter. Der Personalstand konnte damit neuerlich gesenkt werden und lag insgesamt um
4,0 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Rückgang des Personalstandes war auch hauptverantwortlich für den im Vorjahresvergleich um 3,0 % geringeren Personalaufwand.

Der mit 30,9 % deutliche Rückgang der Abschreibungen ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß im Vorjahr im Hinblick auf die Strommarktliberalisierung umfangreiche außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen wurden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die im wesentlichen Beratungsleistungen und Werbung betrafen, zeigten hingegen einen Anstieg um 25,3 %.

Unversteuertes Ergebnis um 15,2 % über Vorjahr

Insgesamt lag das operative Ergebnis (EBIT) für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 1999/00 mit 1.877 Mio ATS (136,4 Mio EUR) um 1,1 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Hauptursachen dieses Rückgangs waren die überproportionale Erhöhung der Aufwendungen für Primärenergieträger und der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die durch die Umsatzsteigerungen und die Einsparungen im Material- und Betriebsaufwand sowie durch die geringeren Abschreibungen nicht kompensiert werden konnten.

Das Finanzergebnis hingegen liegt deutlich über dem Vorjahresniveau. Wichtigste Faktoren dieser Erhöhung waren ein Anstieg im Beteiligungsergebnis, das den im Vorjahr erfolgten Verkauf der indirekt gehaltenen Anteile an der Mobiltelefongesellschaft max.bil und die heuer wieder aufgenommene Dividendenzahlung der Verbundgesellschaft beinhaltet, sowie ein verbessertes Zinsergebnis. Zusätzlich fielen die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bewertung der Fremdwährungsanleihen gegenüber dem Vorjahr geringer aus.

Insgesamt lag damit das unversteuerte Ergebnis mit 2.056 Mio ATS (149,4 Mio EUR) um 15,2 % über dem Vergleichswert aus dem Vorjahr.

Vielversprechender Feldversuch – Nutzung von Stromleitungen für Telekomdienste

Ebenfalls sehr erfolgreich verläuft der Feldversuch zur Nutzung von Stromnetzen für Telefonie- und Internetdienstleistungen. EVN nimmt an einem breit angelegten europäischen Projekt der Schweizer ASCOM Powerline Communications AG teil, in dem eine revolutionäre neue Technologie zur Übertragung von Daten und Sprache über Stromleitungen getestet wird.

Die bisherigen Erfahrungen sind äußerst vielversprechend. Vor allem die hohe Geschwindigkeit – sie beträgt rund das 20-fache von ISDN-Leitungen – und Übertragungskapazität der Stromleitungen sind die wesentlichen Vorteile. Den erfolgreichen Abschluß des Pilotversuches vorausgesetzt, könnte eine kommerzielle Nutzung des Systems bereits im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Von dieser Technologie könnte im Versorgungsgebiet der EVN im städtischen Bereich ein Potential von rund 70 % und im ländlichen Bereich von rund 50 % aller Haushalte profitieren.

Ausblick

GD Dr. Rudolf Gruber: "Die Entwicklung der EVN im Geschäftsjahr 1999/00 ist deutlich durch den Beginn der Marktliberalisierung und die ungünstige Bezugssituation bei Gas geprägt. Es ist zu erwarten, daß auch das operative Ergebnis für das gesamte Geschäftsjahr unter jenem des Vorjahres liegen wird. Dieser Rückgang sollte allerdings durch die erhöhten Beiträge aus dem Beteiligungsbereich kompensiert werden können. Durch ihre aktive Teilnahme an der
Neustrukturierung der österreichischen Energiewirtschaft befindet sich die EVN aber in einer guten Ausgangsposition, sich in kommenden Jahren in einem verschärften Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu entwickeln. Mit ihrer "Multi-Service Utility"-Strategie, einer attraktiven Preispolitik sowie mit der Bildung der EnergieAllianz (EVN, Wiener Stadtwerke und ESG) hat sich die EVN auf das neue Marktumfeld gut vorbereitet."
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