25.02.2004

Geschäftsverlauf der EVN AG im 1. Quartal 2003/04

- Absatzsteigerungen bei Strom und Wärme - Gasverkauf durch geänderte Vertriebsstruktur geprägt - Deutliche Ausweitung des Geschäftsbereichs Wasser – Erstmalige Einbeziehung der WTE Gruppe – Ausbau des Abwassergeschäfts durch vollständige Übernahme der NOVUM - Operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau - Periodenüberschuss deutlich gesteigert
(1. Oktober 2003 – 31. Dezember 2003)

Umsatzerlöse

Durch die mit 1. Jänner 2003 erfolgte Umstellung der Vertriebsstruktur im Gasgeschäft – die Betreuung von Großkunden sowie der Gashandel wurden an die EconGas übertragen – verzeichneten die Umsatzerlöse der EVN gegenüber dem 1. Quartal des Geschäftsjahres 2002/03 einen Rückgang. Die Betrachtung der um diesen Umstand bereinigten Umsatzentwicklung zeigt jedoch zum Teil erhebliche Zuwächse.

Die Erlöse aus dem Energiegeschäft blieben – bedingt durch die erwähnte Strukturveränderung im Gasbereich – im 1. Quartal 2003/04 mit 290,4 Mio EUR um 37,6 Mio EUR bzw. 11,5 % hinter dem Vorjahreswert zurück. Eine deutliche Expansion zeigte sich hingegen im Geschäftsbereich Wasser sowie bei den anderen Umsatzerlösen. Insgesamt lagen die Umsatzerlöse mit 327,8 Mio EUR um 6,6 % unter dem Vorjahresniveau.

Steigende Tendenz wiesen im Berichtszeitraum mit einem Plus von 11,6 % auf 183,3 Mio EUR die Stromerlöse auf, was vor allem auf eine Erhöhung der thermischen Produktion zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu reduzierten sich die Erlöse aus dem Gasgeschäft um 38,4 % auf 92,4 Mio EUR – direkte Auswirkung des Entfalls der Umsätze mit Großkunden sowie der Handelsgeschäfte, die nunmehr in der EconGas erfolgen. Aufgrund der tendenziell niedrigen Temperaturen und des laufenden Zuwachses an Kundenanlagen lagen die Wärmeerlöse im 1. Quartal 2003/04 mit 14,7 Mio EUR um 7,4 % über dem Vorjahresniveau.

Zu einem deutlichen Anstieg der Erlöse im Wassergeschäft führte im Berichtszeitraum die erstmalige Einbeziehung der WTE Gruppe in den Konzernabschluss. Sie stiegen um 7,9 Mio EUR auf 11,8 Mio EUR. Aufgrund der hohen Projektbezogenheit dieses Geschäftsbereichs werden sich die Auswirkungen dieser Erweiterung allerdings erst im 2. Halbjahr des Geschäftsjahres in vollem Ausmaß zeigen.

Die anderen Umsatzerlöse der EVN erhöhten sich im 1. Quartal 2003/04 um 6,7 Mio EUR bzw. 35,1 % auf 25,6 Mio EUR. Dieser Anstieg ist in erster Linie auf den im Berichtszeitraum erfolgten Probebetrieb der thermischen Müllverwertungsanlage Dürnrohr zurückzuführen. Der seit 1. Jänner 2004 laufende Vollbetrieb wird diese positive Tendenz noch weiter verstärken. Die in einer Position zusammengefassten aktivierten Eigenleistungen und sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Berichtszeitraum – vor allem durch laufende Projekte der WTE Gruppe – um 11,6 Mio EUR auf 20,0 Mio EUR.

Aufwand

Nach wie vor wird die Ergebnisentwicklung der EVN durch die hohen Aufwendungen für Energiebeschaffung belastet. So sind die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger aufgrund des Umsatzrückgangs im Gasbereich zwar absolut um 32,9 Mio EUR bzw. 18,0 % auf 149,6 Mio EUR zurückgegangen. In Relation zum Umsatz sind die Kosten jedoch nach wie vor im Anstieg begriffen. Hauptgrund für diese Tendenz sind die gestiegenen Bezugspreise für Strom und Primärenergie, daneben fallen zusätzliche Aufwendungen für Ökostrom und Ausgleichsenergie ins Gewicht. Der Material- und Betriebsaufwand erhöhte sich – insbesondere durch einen Anstieg der Fremdleistungen im Zusammenhang mit den Projekten der WTE – um 59,1 % auf 32,9 Mio EUR.

Deutlich erhöht hat sich gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres der Mitarbeiterstand und damit auch der Personalaufwand der EVN Gruppe. So lag der durchschnittliche Mitarbeiterstand im Konzern im Berichtszeitraum mit insgesamt 2.571 Personen um 355 Personen bzw. 16,0 % über dem Vorjahreswert. Hauptgrund für diese Entwicklung waren die Erweiterungen des Konsolidierungskreises während des letzten Geschäftsjahres sowie die erstmalige Einbeziehung der WTE Gruppe, die einen Zugang von 259 Mitarbeitern mit sich brachte. Gemessen an diesem Anstieg erhöhte sich der Personalaufwand mit einem Plus von 7,7 % auf 48,5 Mio EUR nur unterproportional. Vor allem die Verringerung der Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen trug wesentlich zu dieser Kostendämpfung bei.

Die Abschreibungen lagen im Berichtszeitraum mit 33,1 Mio EUR um 15,3 % über dem Vorjahresniveau. In erster Linie ist dies durch die hohen Investitionen des Vorjahres in den Bereichen Strom, Wärme und Abfallverwertung begründet. Für den Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist in erster Linie die Erweiterung des Konsolidierungskreises verantwortlich.

Ergebnis

Trotz der durch die Ausgliederung an die EconGas begründeten Umsatzrückgänge im Energiegeschäft und der für die EVN ungünstigen Entwicklung der Energiebezugspreise blieb das operative Ergebnis (EBIT) der EVN im Berichtszeitraum mit 71,3 Mio EUR praktisch unverändert auf Vorjahresniveau.

Das Finanzergebnis hingegen lag mit 12,4 Mio EUR deutlich über dem Vorjahreswert von 4,4 Mio EUR. Hauptfaktoren dieser Steigerung waren Zuwächse im Beteiligungsergebnis, die primär aus der Equity-Bewertung der BEWAG und der EconGas resultierten.

In Summe ergibt sich daraus ein unversteuertes Ergebnis von 83,6 Mio EUR, das den Vorjahreswert um 10,5 % übertrifft. Durch eine Verringerung des Ertragsteueraufwandes verbesserte sich der Periodengewinn um 18,2 % von 51,0 Mio EUR auf 60,3 Mio EUR. Daraus resultiert auch eine Steigerung des Ergebnisses je Aktie (EPS) um 18,2 % auf 1,60 EUR.

Aufgrund der hohen Saisonalität in der Energie- und Wasserwirtschaft kann die Entwicklung der EVN Gruppe im 1. Quartal nicht ohne weiteres auf das gesamte Geschäftsjahr 2003/04 hochgerechnet werden. Dennoch stellt das Ergebnis des Berichtszeitraumes eine gute Basis für den weiteren Geschäftsverlauf dar.

Ausblick

GD Dr. Rudolf Gruber: "Die EVN hat sich im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2003/04 positiv entwickelt. Neben Verkaufszuwächsen in den meisten Geschäftsbereichen – lediglich bei Gas war durch die Auslagerung des Großkunden- und Handelsgeschäfts an die EconGas ein Rückgang zu verzeichnen – haben wir v.a. in unseren neuen Geschäftsfeldern bedeutende Fortschritte gemacht. Trotz anhaltender Belastung durch hohe Energiebezugspreise konnten wir auf dieser Basis das Ergebnis der EVN Gruppe gegenüber dem Vorjahr steigern.

Auch die EVN selbst hat sich für die Zukunft gut positioniert und durch die konsequente Umsetzung des Multi-Service Utility-Konzepts von einem reinen Energieversorger zu einem kundenorientierten Infrastrukturanbieter gewandelt. Neben der integrierten Lieferung von Strom, Gas und Wärme haben wir uns mit unseren Aktivitäten in der Wasser- und Abwasserwirtschaft, der thermischen Abfallverwertung und der Telekommunikation zusätzliche Standbeine mit dynamischen Wachstumsperspektiven geschaffen."

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