31.08.2001

Geschäftsverlauf der EVN AG in den Quartalen 1-3, 2000/01

- Umsatz- und Ergebnissteigerung - Kapitalerhöhung zur Übernahme der NÖSIWAG abgeschlossen - Baubeginn für Müllverbrennungsanlage
Die Geschäftsentwicklung der EVN in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2000/01 war geprägt von überdurchschnittlichen hohen Temperaturen, der Abschwächung der Konjunkturentwicklung in Österreich, sowie die unverändert hohen Gasbezugspreise, die für erhebliche Belastungen beim Primärenergieaufwand sorgten. Durch eine Ausweitung ihrer Aktivitäten sowie Kosteneinsparungen konnte die EVN ihr Ergebnis jedoch trotz dieser unvorteilhaften energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen erneut verbessern.

Der Stromverkauf der EVN lag in den ersten drei Quartalen 2000/01 um insgesamt 8,2 % unter dem Vorjahreswert. Ungeachtet dessen konnte die EVN den Stromverkauf an ihre Endkunden um insgesamt 4,6 % steigern. Während dabei der Verkauf an Tarifkunden temperaturbedingt um 0,3 % zurückging, erhöhte sich der Absatz an Sondervertragskunden durch den Zugang von Neukunden außerhalb des EVN Netzgebietes um 11,1 %. Hauptgrund für den in Summe niedrigeren Stromabsatz ist die Auslagerung der Handelsaktivitäten in die e&t, die für Stromhandel verantwortliche gemeinsame Tochtergesellschaft der EnergieAllianz. Im Einklang mit der insgesamt rückläufigen Verkaufsentwicklung blieben auch die Stromerlöse um 3,9 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Dieser Entwicklung lagen – neben dem reduzierten Verkaufs- und Handelsvolumen – vor allem die seit 1. März 2000 wirksame, im Vorfeld der Marktöffnung durchgeführte Tarifsenkung sowie gesunkene Durchschnittserlöse bei Sondervertragskunden zugrunde.

Der Gasverkauf blieb mit einem Minus von 5,0 % für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2000/01 deutlich hinter der Entwicklung des Vorjahres zurück. Der in erster Linie temperaturbedingte Absatzrückgang von 2,8 % im Ortsnetzkundenbereich konnte auch durch die Akquisition neuer Kunden nicht kompensiert werden. Der Verkauf an Industriekunden und fremde Kraftwerke lag angesichts relativ hoher Einmallieferungen im Vorjahr um 7,2 % unter dem Vergleichsniveau. Die Gaserlöse hingegen lagen auf Basis der in drei Etappen durchgeführten Gaspreiserhöhungen, mit denen die EVN die dramatisch gestiegenen Einkaufspreise zum Großteil weitergab, um insgesamt 32,7 % über dem Vorjahreswert.

Im Wärmegeschäft konnten die Auswirkungen des ungünstigen Temperaturverlaufs im Berichtszeitraum durch Anlagenzuwächse mehr als kompensiert werden. Insgesamt erhöhte sich der Wärmeverkauf um 5,8 %. Infolge der Preisanpassungen, die zur Weitergabe der gestiegenen Primärenergiepreise auch in diesem Geschäftsbereich durchgeführt wurden, lagen die Wärmeerlöse in den ersten drei Quartalen um 33,1 % über dem Vorjahresniveau.

Auch die anderen Umsatzerlöse haben sich deutlich erhöht und zeigen ein Plus von 17,4 %. Im Vordergrund stehen hier Erweiterungen des Konsolidierungskreises, gestiegene Telekommunikationserlöse sowie Erlöse im Zusammenhang mit Kettenkunden. Insgesamt lagen damit die Umsatzerlöse für die ersten drei Quartale um 9,5 % über dem Vergleichswert aus 1999/00.

Nach wie vor deutlich über dem Vorjahresniveau liegen die Aufwendungen für die Primärenergiebeschaffung. Hauptelement dieser Entwicklung ist der weiterhin überdurchschnittlich hohe Gasbezugspreis. Parallel dazu zeigen auch die Aufwendungen für den Fremdstrombezug trotz rückläufiger Bezugsmengen eine steigende Tendenz, die ebenfalls auf höhere Bezugspreise zurückzuführen ist. Insgesamt lagen damit die Aufwendungen für den Energieeinsatz um
23,1 % über dem Vorjahreswert.

Der Material- und Betriebsaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 25,0 %. Neben der Erweiterung des Konsolidierungskreises ist dies hauptsächlich in gestiegenen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Betreuung von Kettenkunden begründet.

Der Personalaufwand verringerte sich im Berichtszeitraum um 9,7 %, was insbesondere durch geringere Rückstellungserfordernisse nach der teilweisen Abfindung von Pensionsansprüchen möglich wurde. Die Anzahl der in der EVN Gruppe Beschäftigten betrug in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2000/01 durchschnittlich 2.153 Personen. Damit ging der Mitarbeiterstand trotz einer Erweiterung des Konsolidierungskreises gegenüber dem Vorjahr erneut um 1,7 % zurück.

Durch die im Vorjahr vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen, denen im Berichtszeitraum keine vergleichbaren Maßnahmen folgten, liegt das Volumen der Abschreibungen um 16,3 % unter dem Vergleichswert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die im wesentlichen auf Beratungsleistungen und Werbung entfielen, erhöhten sich hingegen um 18,3 %.

Mit 2.048 Mio ATS (148,9 Mio EUR) liegt das operative Ergebnis für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2000/01 um 9,2 % über dem Vorjahreswert. Damit ist es der EVN gelungen, die gestiegenen Belastungen aus Energiebeschaffung, Material- und Betriebsaufwand sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen durch eine Steigerung der Erlöse sowie durch eine Reduktion von Abschreibungen und Personalaufwand klar zu kompensieren.

Einen Rückgang um 41,4 % - trotz markanter Verbesserungen in der stichtagsmäßigen Bewertung der in Fremdwährungen denominierten Anleihen - zeigte hingegen das Finanzergebnis, das im Vorjahr allerdings durch die Erträge aus dem Verkauf der max.mobil-Anteile außergewöhnlich hoch gewesen war.

Das unversteuerte Ergebnis für die ersten drei Quartale konnte damit trotz größtenteils ungünstiger energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen gegenüber dem Vorjahreswert um 4,7% auf 2.153 Mio ATS (156,5 Mio EUR) gesteigert werden.

Ausblick
GD Dr. Rudolf Gruber: “Die Entwicklung der ersten drei Quartale bildet ohne Zweifel eine solide Basis für ein zufriedenstellendes Gesamtergebnis 2000/01. Aus Ergebnissen von Teilperioden können allerdings aufgrund der in der Energiewirtschaft branchentypischen Saisonalität nur bedingt Rückschlüsse auf das Gesamtjahr gezogen werden, zusätzlich sorgen die weiterhin ungünstige Temperaturentwicklung und die anhaltend hohen Energiepreise für spürbare Belastungen. Auf Basis konsequenter Kosteneinsparungen, aber auch durch die Akquisition neuer Kunden und Geschäftsbereiche sollte die EVN jedoch an das Ergebnis des Vorjahres anschließen können.

Die langfristige Diversifikationsstrategie der EVN wird durch die Erfolge beim Eintritt sowohl in das Wassergeschäft wie auch in das Abfallgeschäft klar bestätigt. Neben ihrer angestammten Tätigkeit im Energiebereich hat die EVN ihr Portfolio damit um attraktive kerngeschäftsnahe Infrastrukturbereiche erweitert und bietet ihren Kunden eine bedarfsgerechte, umfassende Leistungspalette auf dem Gebiet der Public Services. Dadurch verfügt die EVN auch in einem Szenario zunehmenden Wettbewerbs über eine solide Marktposition mit interessanten Wachstumsperspektiven.”
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