27.08.2003

Geschäftsverlauf der EVN AG in den ersten drei Quartalen 2002/03

· Periodenergebnis klar über Vorjahr · Verkaufssteigerungen bei Strom, Wärme und Wasser · Hohe Energiebezugspreise belasten operatives Ergebnis · Finanzergebnis deutlich gesteigert · Quantensprung im Wassergeschäft durch Erwerb der WTE · Österreichische Stromlösung – positive Entscheidung der EU-Kommission
(1. Oktober 2002 – 30. Juni 2003)

Absatz- und Erlösentwicklung

Vor dem Hintergrund der Umstellung der Vertriebsstruktur bei Strom und Gas und der dadurch eingeschränkten Vergleichbarkeit – in beiden Bereichen wurde das Handelsgeschäft sowie die Betreuung von Großkunden in eigene Gesellschaften im Rahmen der EnergieAllianz bzw. der „Österreichischen Lösungen“ ausgelagert – weist die EVN im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr rückläufige Umsätze aus. So liegen die Erlöse aus dem Energiegeschäft mit 789,3 Mio EUR um 44,5 Mio EUR bzw. 5,3 % unter dem Vergleichswert, und auch die Umsatzerlöse insgesamt blieben mit 874,5 Mio EUR um 3,3 % unter dem Vorjahresniveau.

Einen Anstieg um 6,1 % auf 467,3 Mio EUR verzeichneten im Berichtszeitraum die Stromerlöse aufgrund eines erhöhten Stromhandelsanteils. Die Erlöse aus dem Gasgeschäft hingegen reduzierten sich um 20,6 % auf 285 Mio EUR. Hier entfielen sowohl die hohen Einmalerlöse aus den umfangreichen Handelsgeschäften des Vorjahres als auch die Erlöse von Großkunden, die nunmehr durch die EconGas betreut werden. Aufgrund der niedrigen Temperaturen im 2. Quartal und des laufenden Zuwachses an Kundenanlagen lagen die Wärmeerlöse in den ersten drei Quartalen 2002/03 mit 36,9 Mio EUR um 7,8 % über dem Vorjahresniveau. Die Erlöse aus dem Wassergeschäft zeigten mit 14,6 Mio EUR ebenfalls einen Anstieg um 7,5 %, während sich die anderen Umsatzerlöse um 24,0 % auf 70,6 Mio EUR erhöhten.

Aufwendungen

Weiterhin belasten die hohen Aufwendungen für Energiebeschaffung die Ergebnisentwicklung der EVN. So sind die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger v.a. aufgrund des Umsatzrückgangs im Gasbereich im Berichtszeitraum zwar absolut um 6,6 % auf 426,0 Mio EUR zurückgegangen. In Relation zum Umsatz sind die Kosten jedoch stark angewachsen. Hauptgrund für diese Tendenz sind die gestiegenen Bezugspreise für Strom und Primärenergie, daneben fallen zusätzliche Aufwendungen für Ökostrom und Ausgleichsenergie ins Gewicht.

Der Material- und Betriebsaufwand erhöhte sich – insbesondere durch einen Anstieg der Fremdleistungen im Zusammenhang mit Instandhaltungen und der Errichtung von Kundenanlagen – um 12,5 % auf 68,5 Mio EUR.

Der Personalaufwand blieb trotz gestiegenen Mitarbeiterstandes weitgehend konstant. Die Abschreibungen lagen mit 90,6 Mio EUR um 5,5 % über dem Vorjahresniveau.

Ergebnis

Aufgrund des Umsatzrückgangs im Gasgeschäft, der Senkung der Stromnetztarife und der für die EVN ungünstigen Entwicklung der Energiebezugspreise blieb das operative Ergebnis (EBIT) der EVN im Berichtszeitraum mit 136,5 Mio EUR um 13,4 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Markant verbessert hat sich in den ersten drei Quartalen 2002/03 hingegen das Finanzergebnis: Das niedrige Zinsniveau, die gestiegene Nettoliquidität und die günstige Kursentwicklung des Euro verringerten die Zinsbelastung der EVN und führten gleichzeitig zu positiven Bewertungsänderungen bei Fremdwährungsanleihen, Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten. Auch das Beteiligungsergebnis verzeichnete einen Anstieg.

In Summe resultiert daraus ein unversteuertes Ergebnis von 171,7 Mio EUR, das den Vorjahreswert um 21,1 % übertrifft. Nach Abzug des Aufwands für Ertragsteuern sowie der Anteile anderer Gesellschafter verbleibt ein Periodengewinn von 119,7 Mio EUR, der einer Verbesserung um 33,7% entspricht.

Ausblick

GD Dr. Rudolf Gruber: „Der größte Stromausfall in der Geschichte der USA macht deutlich, welchen positiven Wert die wie selbstverständlich funktionierende Stromversorgung in Österreich darstellt. Die jüngste Entwicklung hat uns vor Augen geführt, dass eine verlässliche und qualitativ hoch stehende Energieversorgung von einer sensiblen Balance von Marktregulativen, Aufbringungsbedingungen und Kapitalmarkterfordernissen abhängt. Dies zeigt, dass bei der Betrachtung des liberalisierten Marktes nicht nur kurzfristige Kosten- und Preissenkungspotenziale, sondern v.a. auch Aspekte der langfristigen Sicherstellung von Versorgungssicherheit und -qualität zum Wohle unserer Kunden und Aktionäre berücksichtigt werden müssen.

Das Ergebnis der ersten drei Quartale 2002/03 stellt eine solide Basis für das gesamte Geschäftsjahr 2002/03 dar. Darüberhinaus sind die Genehmigung der österreichsichen Stromlösung sowie der Erwerb der WTE Wassertechnik GmbH, einem führenden Dienstleister auf dem Gebiet der Abwasserentsorgung, Meilensteine für die zukünftige positive Unternehmensentwicklung der EVN.
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