22.05.2000

Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 1999/00

- Absatzsteigerungen bei Strom und Wärme, Rückgang bei Gas - Hoher Gasbezugspreis belastet Ergebnis - ESG verstärkt EnergieAllianz - e&t: Hohe Dynamik im Stromhandel - e&s: Erfolgreiche österreichweite Marktpositionierung

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 1999/00 (1. Oktober 1999 bis 31. März 2000) war geprägt von Temperaturen, die über dem langjährigen Durchschnitt lagen, einer Fortsetzung der Konjunkturbelebung in Österreich, einem weiterhin lebhaften Ausbau der Gas- und Wärmeversorgung sowie einem anhaltend hohen Niveau der Gasbezugspreise.

Absatz- und Erlösentwicklung

Die gesamten Umsatzerlöse der EVN erhöhten sich im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 1999/00 gegenüber dem Ver-gleichszeitraum des Vorjahres um 1,8 %.


Der Stromverkauf erhöhte sich im 1. Halbjahr 1999/00 trotz der gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres wärmeren Witterung um 1,3 %, die Erlöse stiegen um insgesamt 4,3 %. Die preisbedingten Erlösrückgänge bei den Endkunden konnten durch die erfolgreiche Stromhandelstätigkeit mehr als kompensiert werden. Bei den Tarifkunden blieben die Erlöse auch wegen der mit 1. März erfolgten Tarifsenkung trotz gestiegener Verkaufsmengen auf dem Niveau des Vorjahres, während bei den Sondervertragskunden die Umsätze infolge gesunkener Durchschnittserlöse um 10,9 % zurückgingen.


 

Der Gasverkauf ging gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,3 % zurück. Neben geringen temperatur-bedingten Einbußen im Ortsnetz ist der Rückgang vorwiegend auf die deutlich gesunkene Nachfrage der fremden Kraft-werke zurückzuführen. Der Gasverkauf an Industriekunden konnte hingegen dank der günstigen Konjunktursituation merk-bar gesteigert werden. Die Gaserlöse lagen um insgesamt 6,8 % unter dem Vorjahresniveau, was neben der Absatzent-wicklung insbesondere durch befristet gewährte Rabatte bei Großkunden begründet war.


Der Wärmeverkauf erhöhte sich im 1. Halbjahr 1999/00 aufgrund des kontinuierlichen Ausbaus der Wärmenetze und des damit verbundenen Anlagenzuwachses trotz vergleichsweise ungünstiger Temperaturen um insgesamt 20,0 %. Die Wärmeerlöse konnten um 12,1 % gesteigert werden, dies gleichermaßen im Bereich der Tarif- wie auch der Sonderver-tragskunden.

Aufwendungen


Die durchschnittlichen Bezugspreise für Fremdstrom lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau, wodurch die Aufwendungen für den Fremdstrombezug nicht in demselben Ausmaß zunahmen wie die bezogenen Mengen. Die weiterhin ansteigenden Gasbezugspreise sorgten hingegen für empfindliche Aufwandserhöhungen beim Gaseinsatz. Insgesamt lagen die Auf-wendungen für den Energieeinsatz daher um 19,6 % über dem Vorjahresniveau. Der Material- und Betriebsaufwand konnte aufgrund geringerer Aufwendungen für Instandhaltungen um 5,1 % gesenkt werden.


Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 1999/00 beschäftigte die EVN Gruppe durchschnittlich 2.204 Mitarbeiter. Der Personal-stand wurde damit trotz einer neuerlichen Ausweitung des Konsolidierungskreises und des damit verbundenen Zugangs weiterer Mitarbeiter neuerlich reduziert und lag um insgesamt 95 Personen bzw. 4,1 % unter dem Vorjahreswert. Bedingt durch einen Anstieg der Vorsorgen für Abfertigungen erhöhte sich der Personalaufwand jedoch trotz des gesunkenen Mit-arbeiterstandes geringfügig um 0,7%.


Der deutliche Rückgang der Abschreibungen um 15,2 % beruht in erster Linie auf den im Vorjahr vorgenommenen außer-planmäßigen Abschreibungen als Folge der Strommarktliberalisierung. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen - sie betrafen im wesentlichen Beratungsleistungen und Werbung - zeigten hingegen einen Anstieg um 9,2%.


Ergebnis


Insgesamt lag das operative Ergebnis (EBIT) mit 1.866 Mio ATS (135,6 Mio EUR) um 14,6 % unter dem Niveau des Vor-jahres. Ursachen dieses Rückgangs waren erhebliche Aufwandssteigerungen, die durch Umsatzsteigerungen und Ein-sparungen im Material- und Betriebsaufwand sowie geringere Abschreibungen nicht zur Gänze kompensiert werden kon-nten. Im Vordergrund standen hier die infolge der hohen Gaspreise überproportional gestiegenen Aufwendungen für Primärenergieträger sowie die erhöhten sonstigen betrieblichen Aufwendungen.


Das Finanzergebnis hingegen konnte gegenüber dem Vorjahr um 53,9 % verbessert werden. Basis hiefür war ein Anstieg im Beteiligungsergebnis durch die wieder aufgenommene Dividendenzahlung der Verbundgesell- schaft sowie eine Steig-erung des Zinsergebnisses. Auch die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bewertung der Fremdwährungsanleihen lagen unter jenen des Vorjahres.


Insgesamt ergibt sich damit ein unversteuertes Ergebnis von 1.779 Mio ATS (129,3 Mio EUR), das um 10,9 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres liegt.


Ausblick


GD Dr. Rudolf Gruber:"Die EVN hat vor dem Hintergrund eines vergleichsweise warmen Winters, des verstärkten Preis-drucks und ungünstiger Gasbezugsbedingungen ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. In Hinblick auf die parlamentarischen Beratungen über die Öffnung des österreichischen Strom- und Gasmarktes ist die Politik gefordert, ge-eignete Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine zukunftsorientierte Unternehmensplanung und -entwicklung zulassen."

Den Aktionärsbrief über das 1. Halbjahr 1999/00 finden Sie auf der EVN Homepage.
 

 

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