21.05.2001

Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2000/01

• Steigerung des unversteuerten Ergebnisses • Anhaltend hoher Kostendruck • Erfolgreiche Marktpositionierung der EnergieAllianz mit gemeinsamen Produkten • „evn wasser“ – Einstieg in das Wassergeschäft
Absatz- und Erlösentwicklung

Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/01 (1. Oktober 2000 bis 31. März 2001) konnte die EVN trotz witterungsbedingter Absatzrückgänge Erlös- und Ergebnissteigerungen erwirtschaften. Durch die erhöhten Aufwendungen für die Energiebeschaffung, vor allem aber aufgrund der anhaltend hohen Gasbezugspreise, hat das operative Ergebnis (EBIT) jedoch den Vorjahreswert nicht ganz erreicht. Die Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung in Österreich wirkte sich ebenfalls dämpfend auf die Geschäftsentwicklung der EVN aus.

Der Stromverkauf der EVN an Endkunden konnte im Berichtszeitraum um insgesamt 2,7 % gesteigert werden. Unter Berücksichtigung der schrittweisen Auslagerung der Stromhandelstätigkeit in die e&t, das für Energiehandel und -aufbringung verantwortliche gemeinsame Tochterunternehmen der EnergieAllianz, verringerte sich der Stromverkauf der EVN im 1. Halbjahr insgesamt um 2,8%. Die Stromerlöse lagen in Summe mit einem Minus von 1,8 % etwas unter dem Niveau des Vorjahres. Neben dem Verkaufsrückgang im Tarifkundenbereich sowie dem gegenüber dem Vorjahr reduzierten Handelsvolumen waren dafür die seit 1. März 2000 wirksame, im Hinblick auf die bevorstehende gänzliche Marktöffnung vorgenommene Tarifsenkung sowie geringere Durchschnittserlöse bei Sondervertragskunden verantwortlich.

Weiterhin gedämpft verlief die Entwicklung des Gasverkaufs. Hier konnten zwar die Einbußen im Vergleich zum 1. Quartal etwas vermindert werden, dennoch mußte die EVN – vor allem aufgrund der ungewöhnlich warmen Temperaturen – im 1. Halbjahr insgesamt einen Absatzrückgang von 9,1 % hinnehmen. Trotz dieser Einbußen konnten die Gaserlöse durch die teilweise Weitergabe der anhaltend hohen Bezugspreise in Form von Verkaufspreiserhöhungen um 29,9 % gesteigert werden.

Auch beim Wärmeverkauf sorgten die ungünstigen Temperaturen des Berichtszeitraumes für Absatzrückgänge von 2,3%, die aber durch die infolge der gestiegenen Primärenergiepreise erhöhten Absatzpreise deutlich kompensiert werden konnten. Die Wärmeerlöse stiegen auf diese Weise um 24,5%.

Insgesamt lagen die Umsatzerlöse für das 1. Halbjahr um 9,7 % über dem Vorjahreswert.

Aufwendungen

Wie schon im 1. Quartal standen der positiven Umsatzentwicklung jedoch markante Aufwandssteigerungen bei der Primärenergiebeschaffung gegenüber. Im Vordergrund stand hier der angesichts der hohen Bezugspreise außergewöhnlich hohe Aufwand für den Gaseinsatz. Ebenso stiegen auch die Aufwendungen für den Fremdstrombezug, wobei sich hier sowohl die Bezugsmengen als auch – in geringerem Umfang – das Preisniveau gegenüber dem Vorjahr erhöht haben. Insgesamt lagen damit die Aufwendungen für den Energieeinsatz um 29,6 % über dem Vorjahresniveau.

Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/01 betrug der Stand der durchschnittlich in der EVN Gruppe Beschäftigten 2.162 Personen und verringerte sich damit – trotz einer Erweiterung des Konsolidierungs-kreises gegenüber dem 1. Halbjahr 1999/00 – neuerlich um 1,9 %. Diese Reduktion führte gemeinsam mit geringeren Rückstellungserfordernissen nach der teilweisen Abfindung von Pensionsansprüchen zu einem Rückgang des Personalaufwandes um 14,8 %.

Die markante Verringerung der Abschreibungen um 16,6 % ist auf die außerplanmäßigen Abschreibungen der Vorjahre zurückzuführen, denen im Berichtszeitraum keine ähnlichen Maßnahmen gegenüberstanden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen – sie entfielen im wesentlichen auf Beratungsleistungen und Werbung – zeigten hingegen einen Anstieg um 30,6 %.

Ergebnis

Die insgesamt höheren Aufwendungen des Berichtszeitraumes konnten durch die Umsatzsteigerungen nicht zur Gänze kompensiert werden, sodaß das operative Ergebnis (EBIT) für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2000/01 mit 1.799 Mio ATS (130,7 Mio EUR) um 3,6 % unter dem Vorjahreswert liegt. Äußerst positiv entwickelte sich hingegen das Finanzergebnis, hauptsächlich bedingt durch die rückläufige Entwicklung des Yen-Kurses und damit verbundene Erträge aus der Stichtagsbewertung der Yen-Anleihe der EVN. Damit ergibt sich für das unversteuerte Ergebnis des 1. Halbjahres von 1.885 Mio ATS (137,0 Mio EUR) eine Steigerung um 5,9 % gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres.

Ausblick

GD Dr. Rudolf Gruber: „Das operative Ergebnis der EVN war im 1. Halbjahr 2000/01 maßgeblich durch die hohen Kosten für die Primärenergiebeschaffung belastet. Verstärkt wird diese Tendenz durch die im Berichtszeitraum äußerst ungünstigen Witterungsverhältnisse, die das energiewirtschaftliche Ergebnis der EVN im gesamten Wirtschaftsjahr beeinflussen werden. Zusätzlich werden durch die bevorstehende völlige Liberalisierung des Strommarktes ab 1. Oktober 2001 weitere Kundenbindungsmaßnahmen erforderlich.

Mit dem Einstieg in das Wassergeschäft durch die Übernahme der NÖSIWAG baut die EVN ihre Angebotspalette als Multi-Service Utility aus und verstärkt ihre Position als Betreiber modernster Infrastruktur in Niederösterreich. Die daraus resultierenden Synergien und Potentiale für Ertrags-steigerungen werden der EVN und ihren Aktionären zugute kommen.

Parallel dazu werden weitere Rationalisierungsmaßnahmen in allen Geschäftsbereichen der EVN und Kosteneinsparungen durch die Kooperation im Rahmen der EnergieAllianz eine weitere Festigung der Wettbewerbsposition der EVN bewirken. Die bereits auf den Markt gebrachten ersten gemeinsamen Produkte der EnergieAllianz sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Den Aktionärsbrief über das 1. Halbjahr 2000/01 finden Sie auf der EVN Homepage unter der Internetadresse http:\\www.evn.at


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