26.02.2001

Geschäftsverlauf im 1. Quartal 2000/01 (1. Oktober – 31. Dezember 2000)

• Hohe Temperaturen dämpfen Verkaufsentwicklung • Gasbezugspreise weiterhin auf außerordentlich hohem Niveau • EVN erzielt dennoch Umsatz- und Ergebnissteigerung • Einstieg in das Wassergeschäft zur Stärkung der Position als Multi- Service Utility beabsichtigt
Absatz- und Erlösentwicklung

Auch unter schwierigen Rahmenbedingungen – vor allem geprägt durch überdurchschnittlich warme Temperaturen und die anhaltend hohen Gasbezugspreise, aber auch vor dem Hintergrund einer Abschwächung des Konjunkturwachstums in Österreich –konnte die EVN im Berichtszeitraum eine Ergebnissteigerung erzielen.

Positiv entwickelte sich im 1. Quartal 2000/01 der Stromverkauf der EVN, der mit einem Plus von 5,8 % deutlich gesteigert werden konnte. Dies ist – neben einer Ausweitung der bereits im Vorjahr begonnenen Handelsaktivitäten – insbesondere auf Verkäufe außerhalb des Netzgebietes der EVN zurückzuführen. Die Stromerlöse hingegen lagen trotz dieser erfreulichen Verkaufsentwicklung um 3,0 % unter dem Vorjahresniveau. Einer der Hauptgründe dafür war der rückläufige Absatz bei Tarifkunden, der in seiner Wirkung durch die seit 1. März 2000 vorgenommene Tarifsenkung noch verstärkt wurde. Zusätzlich wirkten sich die infolge der Marktliberalisierung geringeren Durchschnittserlöse bei Sondervertragskunden erlösmindernd aus. Diese Entwicklung konnte auch durch Erlössteigerungen von 43,0 % im Stromhandel nicht zur Gänze kompensiert werden.

Im Gasverkauf mußte – vor allem aufgrund der ungewöhnlich warmen Temperaturen im Berichtszeitraum – ein Verkaufsrückgang von insgesamt 13,8 % hingenommen werden. Dennoch konnten die Gaserlöse im Berichtszeitraum um 21,1 % gesteigert werden. Basis für diese Entwicklung waren drei Verkaufspreiserhöhungen zwischen Mai und November 2000, mit denen die EVN die exorbitanten Steigerungen der Gasbezugspreise der letzten beiden Jahre zum Großteil an ihre Kunden weitergab.

Beim Wärmeverkauf sorgten die ungünstigen Temperaturen des Berichtszeitraumes ebenfalls für Absatzrückgänge, die aber durch eine Anpassung der Absatzpreise kompensiert werden konnten. Insgesamt haben sich die Wärmeerlöse bei einem um 7,0 % gesunkenen Verkauf um 16,7 % erhöht.

Auch die anderen Umsatzerlöse haben sich durch Erweiterungen des Konsolidierungskreises, durch gestiegene Telekommunikationserlöse sowie durch Erlöse im Zusammenhang mit Kettenkunden um 41,9 % erhöht. Insgesamt lagen damit die Umsatzerlöse für das 1. Quartal um 8,0 % über dem Vorjahreswert.

Aufwendungen


Der positiven Umsatzentwicklung standen allerdings markante Aufwandssteigerungen bei der Primärenergiebeschaffung gegenüber. Maßgeblich war hiefür der Aufwand für den Gaseinsatz, der sich durch das ausnehmend hohe Preisniveau auf den Weltmärkten deutlich gesteigert hat. Demgegenüber stiegen die Aufwendungen für Fremdstrombezüge infolge rückläufiger Durchschnittskosten in geringerem Ausmaß als die bezogenen Mengen. In Summe lagen somit die Aufwendungen für den Energieeinsatz um 28,5 % über dem Vorjahresniveau.

Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 betrug der Stand der durchschnittlich in der EVN Gruppe Beschäftigten 2.178 Personen und lag damit – trotz einer Erweiterung des Konsolidierungskreises gegenüber dem 1. Quartal 1999/00 – um 46 Mitarbeiter oder 2,1 % unter dem Vorjahresniveau. Bedingt durch den gesunkenen Personalstand sowie wegen geringerer Rückstellungserfordernisse aufgrund der Abfindung von Pensionsansprüchen konnte auch der Personalaufwand um 5,7 % gesenkt werden.

Die Abschreibungen lagen mit einem Rückgang von 17,7 % ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert, was in erster Linie in den außerplanmäßigen Abschreibungen der vergangenen Jahre und der damit verbundenen Reduktion der Abschreibungsbasis begründet ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die im wesentlichen Beratungsleistungen und Werbung beinhalten, zeigten hingegen einen Anstieg um 31,9 %.

Ergebnis

Insgesamt konnten die Aufwandserhöhungen durch die Umsatzsteigerungen des Berichtszeitraumes nicht zur Gänze kompensiert werden. Das operative Ergebnis (EBIT) für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 liegt daher mit 781 Mio ATS (56,8 Mio EUR) um 14,0 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Das Finanzergebnis hingegen wurde im Berichtszeitraum merklich gesteigert. Insgesamt übertrifft das unversteuerte Ergebnis für das 1. Quartal 2000/01 mit 854 Mio ATS (62,1 Mio EUR) den Vergleichswert des Vorjahres um 5,9 %.

Ausblick


GD Dr. Rudolf Gruber: Die EVN hat im 1. Quartal 2000/01 trotz eines ungünstigen energiewirtschaftlichen Umfeldes eine Ergebnissteigerung erzielt. Damit wird deutlich, daß das Unternehmen auf das neue Wettbewerbsumfeld gut vorbereitet ist. Auch weiterhin bilden der Ausbau unserer starken Marktposition im Heimmarkt, die Fortsetzung unseres Kostensenkungsprogrammes und die Wertsteigerung durch Erträge aus kerngeschäftsnahen Aktivitäten die Eckpunkte unserer Unternehmensstrategie. Im Hinblick auf die bevorstehende gänzliche Strommarktöffnung kommt dem nunmehr erfolgten Beitritt auch der burgenländischen Strom- und Gasgesellschaften BEWAG und BEGAS zur EnergieAllianz als österreichischer Marktführer besondere Bedeutung zu.

Mit dem Einstieg in das Wassergeschäft wird die EVN ihr Angebotsportfolio im Bereich der Public Services neuerlich erweitern und damit ihr Profil als Multi-Service Utility weiter stärken. Die Versorgung mit Strom, Gas, Wärme und in der Folge auch Trinkwasser aus einer Hand bedeutet für den Kunden ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit. Gerade im zunehmenden Wettbewerb bedeutet dies einen wichtigen Vorteil in der Akquisition und langfristigen Bindung von Kunden.
Zurück zur Übersicht Artikel per Email senden Drucken
Archiv
2020 (86 Pressemeldungen)
2019 (111 Pressemeldungen)
2018 (99 Pressemeldungen)
2017 (100 Pressemeldungen)
2016 (133 Pressemeldungen)
2015 (69 Pressemeldungen)
2014 (62 Pressemeldungen)
2013 (61 Pressemeldungen)
2012 (53 Pressemeldungen)
2011 (63 Pressemeldungen)
2010 (52 Pressemeldungen)
2009 (40 Pressemeldungen)
2008 (26 Pressemeldungen)
2007 (22 Pressemeldungen)
2006 (26 Pressemeldungen)
2005 (21 Pressemeldungen)
2004 (12 Pressemeldungen)
2003 (22 Pressemeldungen)
2002 (14 Pressemeldungen)
2001 (11 Pressemeldungen)
2000 (16 Pressemeldungen)
1999 (9 Pressemeldungen)
1998 (12 Pressemeldungen)