27.04.1998

Halbjahresergebnis 1997/98

Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 1997/98 Warmer Winter dämpft Halbjahresergebnis
Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 1997/98 (1. September 1997 - 28. Februar 1998) war für die EVN von überdurchschnittlich hohen Temperaturen geprägt. Die dadurch gedämpfte
Absatzentwicklung hat gemeinsam mit einer marktorientierten Preispolitik vor allem bei Sonderabnehmern zu einem rückläufigen Ergebnis geführt. Die Berichterstattung erfolgt seit dem Jahresabschluß 1996/97 für den gesamten Konzern nach den Grundsätzen der International Accounting Standards (IAS).

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Berichtszeitraum war von deutlich höheren Temperaturen als im Vorjahr, weniger günstigen Bedingungen für die hydraulische Stromerzeugung, einem nach wie vor positiven Konjunkturverlauf in
Niederösterreich sowie dem weiterhin lebhaften Ausbau der Wärmeversorgung gekennzeichnet.

Gemessen an der Heizgradsumme - sie gibt den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke an - lagen die Temperaturen um insgesamt 10,6 %, im Dezember und Jänner sogar um mehr als 20 % über den Vergleichswerten des Vorjahres. Auch gemessen am langjährigen Durchschnitt war die Berichtsperiode damit deutlich wärmer.

Absatz- und Erlösentwicklung

Vor diesem Hintergrund ging der Stromverkauf im 1. Halbjahr 1997/98 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um lediglich 0,3 % auf 3.123 GWh zurück. Im Bereich der Sondervertragskunden konnte aufgrund der guten Konjunkturlage in Niederösterreich sogar ein Zuwachs von 1,2 % erzielt werden, und auch der Verkauf an die Verbundgesellschaft entwickelte sich äußerst zufriedenstellend. Lediglich im Bereich der Tarifkunden konnte das gute Ergebnis des Vorjahres mit einem temperaturbedingten Absatzrückgang von 3,1 % nicht erreicht werden. Die Stromerlöse sanken um 2,7 % auf 4.132 Mio S.

Der Gasverkauf blieb mit 902 Mio m3 um 1,0 % unter dem Vorjahreswert. Dabei erfuhr der Absatz im Ortsnetz aufgrund der höheren Temperaturen einen Rückgang um 7,0 %, während der Gasverkauf an Industrie und fremde Kraftwerke um 4,0 % anstieg. Diese Zuwächse beruhen auf der positiven konjunkturellen Entwicklung sowie auf der gestiegenen Nachfrage fremder Wärmekraftwerke, die sich aus den im Berichtszeitraum weniger günstigen Bedingungen für die hydraulische Stromerzeugung in Österreich ergab. Die Gaserlöse gingen vor diesem Hintergrund um insgesamt 3,8 % auf 2.338 Mio S zurück.

Beim Wärmeverkauf konnte im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 1997/98 aufgrund der regen Ausbautätigkeit ein Zuwachs von 17,5 % auf 349 GWh erzielt werden. Der Verkauf im Tarifkundenbereich stieg um 27,7 %, jener im Bereich der Sondervertragskunden um 12,8 %. Die Wärmeerlöse stiegen auf dieser Basis um 11,9 % auf 178 Mio S an.

Insgesamt sanken die Umsatzerlöse auf 6.847 Mio S und lagen damit um 182 Mio S bzw. 2,6 % unter dem
Vergleichswert des Vorjahres.

Aufwendungen

Die Aufwendungen für den gesamten Energieeinsatz lagen im Berichtszeitraum um 1,7 % über dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Infolge der geringeren Hydraulizität mußte die Erzeugung in den Wärmekraftwerken der EVN angehoben werden, was einen Anstieg des Primärenergieaufwandes für Kohle und Öl mit sich brachte. Parallel dazu verringerte sich allerdings der Aufwand für Fremdstrombezug. Die Aufwendungen für Gas stiegen trotz des Absatzrückganges wegen der Zunahme der thermischen Stromerzeugung ebenfalls geringfügig an.

Der Personalaufwand lag um 9,5 % unter dem Vorjahreswert: Mit durchschnittlich 2.431 Mitarbeitern in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres 1997/98 ist der Personalstand gegenüber dem Vorjahr um 161 Beschäftigte bzw. 6,2 % zurückgegangen. Auch die Zuführung zur Pensionsrückstellung verringerte sich aufgrund der im 4. Quartal des Geschäftsjahres 1996/97 durchgeführten Pensionsabfindungsaktion deutlich.

Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) liegt mit 1.244 Mio S aufgrund der Umsatzrückgänge sowie der in Summe gestiegenen Aufwendungen um 15,9 % unter dem Vorjahreswert. Auch das Finanzergebnis ist aufgrund verminderter Liquidität sowie infolge der stichtagsbezogenen Bewertung des Finanzvermögens gemäß IAS-Vorschriften niedriger ausgewiesen. Insgesamt bewirken diese Veränderungen einen Rückgang des unversteuerten Ergebnisses um 22,5%.

Beteiligungen und Neue Geschäftsfelder

Erfreuliche Fortschritte gab es im 1. Halbjahr 1997/98 im Beteiligungsbereich:

Das durch die NÖKOM für das Land Niederösterreich errichtete moderne Telekommunikationsnetz soll nun auch weiteren öffentlichen Institutionen zugänglich gemacht werden.

Das gemeinsame Unternehmen der neun österreichischen Landesenergieversorger, die United Telecom Austria (UTA), hat im März als erster privater Dienstleister im Bereich der Festnetz-Telefonie neben der Post ihren Betrieb aufgenommen.

Weiters erwirbt die EVN von der Siemens-Gruppe deren niederösterreichische Kabel-TV-Aktivitäten mit
einem Kundenstamm von etwa 45.000 Anschlüssen. Diese Akquisition stellt eine sinnvolle Ergänzung zur Tätigkeit von NÖKOM und UTA dar und unterstreicht die Bestrebungen der EVN, auf breiter Basis in das
Telekommunikationsgeschäft einzusteigen.

EVN auf dem Kapitalmarkt


Die Entwicklung an der Wiener Börse war im Berichtszeitraum uneinheitlich. Der Index der
Fließhandelswerte (ATX) stieg im 1. Halbjahr 1997/98 um insgesamt 2,8% auf 1.403 Punkte. Die EVN-Aktie
verzeichnete hingegen eine Kurssteigerung um insgesamt 17,1 % auf 1.794 S per 28. Februar 1998. Der
Börsenumsatz der EVN-Aktie belief sich im selben Zeitraum auf 18,9 Mrd S, was einem Anteil von 6,6 % am
gesamten Börsenumsatz (287 Mrd S) entspricht.

Am 22. April 1998 erreichte der Kurs der EVN-Aktie einen historischen Höchststand von 1.994 S.

Anleihe über 200 Mio Schweizer Franken begeben

Im April hat die EVN zur Finanzierung von laufenden Investitionen im Kerngeschäft und in kerngeschäftsnahen Bereichen eine Anleihe im Volumen von 200 Mio CHF auf dem Schweizer Kapitalmarkt begeben. Die Laufzeit dieser endfälligen Anleihe, die zu einem Emissionskurs von 103 % begeben wurde und mit 3,25 % verzinst ist, beträgt zehn Jahre. Einschließlich der Plazierungskosten beträgt die jährliche Zinsbelastung für die EVN 3,24 %. Die Anleihe fand im Markt hervorragende Aufnahme und wurde in erster Linie von institutionellen Investoren gezeichnet.

Eine Beurteilung der Anleihe durch Standard & Poor’s ergab ein Rating von AA+ mit dem Zusatz stable outlook. Gleichzeitig erteilte Moody’s Investor Service für die Anleihe ein Rating von Aa3.

Ausblick

EVN-Generaldirektor Dr. Rudolf Gruber: Das vorliegende Ergebnis des ersten Halbjahres kann aufgrund der
saisonalen Besonderheiten in der Energiewirtschaft nicht einfach auf das Jahresergebnis 1997/98 hochgerechnet werden. Für das Jahresergebnis 1997/98 erwarten wir aufgrund der bisher ungünstigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen insgesamt eine Ergebnisabschwächung, dies auch bei einer nach wie vor positiven Konjunkturentwicklung in unserem Versorgungsgebiet, weiterhin steigenden Kundenzahlen im Gas- und Wärmebereich sowie einer fortgesetzt positiven Kapitalmarktsituation.

Im Hinblick auf die Liberalisierung der leitungsgebundenen Energiewirtschaft hebt Dr. Gruber hervor, daß
die EVN als horizontal und vertikal integrierter Energiedienstleister gute Chancen im neuen Wettbewerbsumfeld hat. Durch Straffung der Arbeitsabläufe und der Aufbauorganisation sind wir heute als Multi-Service-Utility in der Lage, mit deutlich weniger Aufwand wesentlich mehr für unsere Kunden zu tun. Technische und energiewirtschaftliche Innovationen und die Anforderungen der internationalen Kapitalmärkte machen es aber erforderlich, die Ausrichtung der EVN in Richtung konsequente Kundenorientierung auch in Zukunft gezielt weiterzuverfolgen.
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