26.10.2010

Neubau des EVN Kleinwasserkraftwerks Zwettl abgeschlossen

Künftig Erzeugung von Naturstrom für mehr als 300 Haushalte mit der Kraft des Kamp
Das am Kamp zwischen Zwettl und Gschwendt gelegene historische Wasserkraftwerk Zwettl wurde erneuert. Es ersetzt ein vor 113 Jahren errichtetes Kraftwerk am selben Standort. Die Investitionskosten betrugen rund eine Million Euro.

Das neue Kraftwerk Zwettl erzeugt jährlich zusätzlich ca. 750.000 kWh Strom aus Wasserkraft. Dies entspricht einer Leistungssteigerung von ca. 150 % und dem jährlichen Stromverbrauch von ca. 215 Haushalten. Die Erzeugungssteigerung ergibt zusätzlich eine CO2 – Einsparung von ca. 854 Tonnen pro Jahr. Damit leistet dieses Projekt einen aktiven Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen in Österreich und somit zur Erreichung der Klimaschutz-Ziele.
Insgesamt erzeugt das neue Kraftwerk jetzt Ökostrom für etwa 330 Haushalte in der Region. Errichter war die evn naturkraft, eine 100 % Tochter der EVN, die das Kraftwerk künftig auch betreiben wird.

Energielandesrat Dr. Stephan Pernkopf betonte bei der Eröffnung, „dass das Land Niederösterreich sich zum Ziel gesetzt hat, 100 Prozent des Strombedarfs bis 2015 und 50 Prozent des Gesamtenergiebedarfs bis 2020 aus erneuerbarer Energie zu produzieren. Die Kleinwasserkraft spielt neben der Windkraft, der Biomasse und der Photovoltaik eine wichtige Rolle beim Erreichen dieser Ziele“.

EVN Technikvorstand Peter Layr: „Die EVN setzt auf einen flexiblen Energiemix aus Wasser- und Wärmekraft sowie Alternativenergie. Wir erzeugen aus Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Müll auf umweltfreundliche Art bereits elektrische Energie für mehr als 300.000 Haushalte. Das wollen wir in den nächsten Jahren weiter vorantreiben. Das neue EVN Kraftwerk Zwettl am historischen Kraftwerksstandort leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit in der Region.“

Die EVN hat gemeinsam mit Experten aus den Bereichen Naturschutz, Landschafts- und Gewässerökologie sowie Kraftwerkstechnik ein Musterprojekt an diesem historischen Wassernutzungsplatz entwickelt. Eine durchdachte ökologische Begleitplanung trägt mit dazu bei, in vielen Bereichen Verbesserungen bei gleichzeitiger Leistungssteigerung zu erzielen. So wurde etwa eine Durchgängigkeit der Wehranlage für Fische und Kleinlebenwesen geschaffen und eine laufende Wasserdotation der Ausleitungsstrecke sichergestellt.

Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde unter fachlicher Beratung durch die Forstabteilung der BH Zwettl am betroffenen Areal 225 Stück standortgerechte und seltene Bäume sowie Sträucher gepflanzt.
Im Bereich der Wehranlage, entlang des Kanals und in unmittelbarer Nähe des neu errichteten Kraftwerkes wurden folgende Bäume und Sträucher gepflanzt:

80 Stk. Rotbuchen 10 Stk. Roter Hartriegel
30 Stk. Schwarzerlen 10 Stk. Schlehdorn
10 Stk. Wildkirschen 10 Stk. Heckenrose
15 Stk. Stieleichen 10 Stk. Spindelstrauch - Pfaffenhüttchen
50 Stk. Weißtannen

Dieses Projekt wird noch die nächsten Jahre betreut.

Mit der Eröffnung des Kraftswerks Zwettl hat die evn naturkraft beinahe alle ihre Kraftwerke am Kamp auf den neuesten Stand der Technik und der Ökologie gebracht.

Neben fünf Speicherkraftwerken an Kamp und Erlauf betreibt die evn naturkraft derzeit insgesamt 56 Kleinwasserkraftwerke (Laufkraftwerke) in ganz Niederösterreich. Alleine die EVN Wasserkraftwerke erzeugen
ca. 260 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie pro Jahr, das entspricht dem Strombedarf von etwa 75.000 niederösterreichischen Haushalten.

Daten und Fakten:

Historisches Kraftwerk:
Errichtung: 1897
Turbine: Francis Spiralturbine Baujahr 1908
Ausbaudurchfluß: 1,52 m3/s
Engpaßleistung: ca. 80 KW
Fallhöhe= 9,5m
Regelarbeitsvermögen ca. 0,5 GWh (= 500.000 kWh)

Neues Kraftwerk:
Durchführung der Arbeiten: Frühjahr bis Herbst 2009 - Inbetriebnahme Nov. 2009
Turbine: Kaplan-Rohrturbine mit Tauchgenerator
Ausbaudurchfluß: 3,0 m3/s
Engpaßleistung: ca. 211 KW
Fallhöhe= ca. 9,0m
Regelarbeitsvermögen= ca. 1,25 GWh (=1.250.000 kWh)

Steigerung:
150 % oder +750.000 kWh oder zusätzlich 215 Haushalte oder 854 Tonnen pro Jahr CO2-Einsparung

Wesentliche ökologische Verbesserungmaßnahme:
Errichtung einer Fischwanderhilfe
Abgabe von Restwasser
Die ökologischen Untersuchungen hat die BOKU Wien durchgeführt (Prof. Jungwirth)

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