02.12.2015

37 Jahre Volksabstimmung Atomkraftwerk Zwentendorf – Auswirkungen auf heimische Stromproduktion bis heute spürbar

Ein nachhaltiger Entschluss der heimischen Bevölkerung, der bis heute weitreichende Folgen auf die österreichische Stromproduktion hat – auch auf jene der EVN.
Am 5.11.2015 jährt sich die Volksabstimmung über die Inbetriebnahme des AKW Zwentendorf zum siebenunddreißigsten Mal. Ein nachhaltiger Entschluss der heimischen Bevölkerung, der bis heute weitreichende Folgen auf die österreichische Stromproduktion hat – auch auf jene der EVN. Diese setzt mit 72 Wasserkraftwerken und 121 Windkraftanlagen mittlerweile stark auf erneuerbare Energien. Alleine die Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 250 Megawatt decken den Strombedarf von rund 150.000 Haushalten.
Gleichzeitig hält die EVN in ihrem flexiblen Energie-Mix aber auch die thermischen Kraftwerke Theiß, Korneuburg und Dürnrohr in ihrem Portfolio, da sie einen wichtigen Eckpfeiler für die Versorgungssicherheit darstellen. Das Kraftwerk Dürnrohr, dass als Ersatz für das AKW Zwentendorf errichtet wurde, erzeugt seit 1986 verlässlich Strom für EVN Kunden. Die Einsatzstunden sind durch die Energiewende aber deutlich zurückgegangen. Waren es bis ca. 2005 noch bis zu 6.000 Volllaststunden, sind es heute max. 2.000 Volllaststunden bei Bedarf. Dürnrohr erzeugt primär nur noch dann Strom, wenn zu wenig Wind und Sonne in unser Netz einspeisen oder es aus technischen Gründen erforderlich ist, also zum Beispiel zur Netzstabilität in Ostösterreich oder als Reservekapazität für den süddeutschen Raum. Das Kraftwerk wird in den nächsten Jahren noch zur Abstützung des Systemumbaus in Richtung erneuerbare Energie benötigt. Die technische Restlaufzeit beträgt 10 bis 15 Jahre – Abschalttermin aus heutiger Sicht: 2025. Nach der Abschaltung von Dürnrohr wird die EVN in Österreich kein Kohlekraftwerk mehr betreiben.

Das AKW Zwentendorf

Seit die EVN 2005 den Kraftwerkstandort Zwentendorf erworben hat, ist viel passiert – von der Errichtung eines Schulungsreaktors bis zum Bau einer modernen Photovoltaikanlage.
 
Sonne statt Atom

Das Atomkraftwerk Zwentendorf produziert Jahrzehnte nach der Volksabstimmung nun doch Strom für Österreichs Haushalte. Proteste von Gegnern der Kernenergie blieben diesmal jedoch aus, denn die Photovoltaikanlage liefert zu 100% nachhaltige, umweltfreundliche Energie. Die Photovoltaik-Anlage Zwentendorf wurde im Jahr 2012 im Rahmen des Bürgerbeteiligungsmodells „Sonnenkraftwerk Zwentendorf“ ausgebaut. 1.300 Paneele standen für interessierte Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zur Verfügung. Sie waren innerhalb weniger Tage ausverkauft.
 
Das AKW als Trainingszentrum

Zwentendorf bietet weltweit einzigartige Trainingsmöglichkeiten für Kernkraftwerksmitarbeiter. Da das AKW nie in Betrieb ging, sind Bereiche zugänglich, die ansonsten für Menschen aufgrund hoher Radioaktivität nur unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen begehbar wären. Diese Möglichkeit machen sich seit 2003 hunderte Techniker – vor allem aus baugleichen deutschen Reaktoren – zu Nutze. 2003 wurden erste Kurse mit der Kraftwerksschule Essen durchgeführt, nach und nach wurde die Kraftwerksanlage als Schulungsreaktor umgerüstet und genutzt.
 
Das AKW als Location

Ein brach liegendes Atomkraftwerk, über 1.000 Räume, technisches Interieur und keine Strahlung: das regt natürlich die Phantasie von Künstlern an. Und so diente Zwentendorf nicht nur als Location für Modeschauen und Musikvideos, sondern auch als Drehort für abendfüllende Filme
 
 
Fotocredits: EVN

Bildbeschreibung: AKW Zwentendorf mit Bürgerbeteiligungsmodell "Sonnenkraftwerk Zwentendorf" (PV-Anlage)
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