07.10.2018

Durchforstung heimischer Wälder

Gemeinden leisten Beitrag zum Betrieb des größten überregionalen Naturwärmenetzes Österreichs
Naturwärme hat in der Thermenregion eine lange Tradition. Bereits seit 2006 sind die beiden Biomasseheizkraftwerke in Baden und Mödling in Betrieb und haben seither über 1.000.000 Tonnen CO2 eingespart. Durch eine Verbindungsleitung wurden die beiden Netze rund um Mödling und Baden miteinander verbunden und damit das größte überregionale Naturwärmenetz Österreichs geschaffen. 11 Gemeinden umfasst das rund 150 Kilometer lange Netz. Gemeinsam mit dem neuen Biomasseheizwerk in Guntramsdorf können so umgerechnet 30.000 Haushalte mit Naturwärme versorgt werden. Zusätzlich liefern die großen Anlagen in Mödling und Baden noch Naturstrom für rund 20.000 Haushalte. 
 
Das bedeute natürlich auch jede Menge Bedarf an Biomasse. Hier setzt die EVN seit Jahren auf die Zusammenarbeit mit regionalen Waldbesitzern, wie etwa den einzelnen Gemeinden: „Naturwärme ist eine nachhaltige Wärmequelle mit enormen Zukunftspotential – regional, CO2 neutral und nachhaltig. Das stimmt aber nur, wenn die Lieferwege kurz bleiben. Deshalb setzen wir auf „nahe Biomasse“ mit kurzen Anlieferungswegen und beziehen sie ausschließlich von österreichischen Partnern“, fasst EVN Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz, die Naturwärmestrategie der EVN zusammen. 
 
Die meiste Biomasse kommt aus sogenannten „Durchforstungen“ heimischer Waldgebiete. Dabei werden Bäume gefällt und das hochwertige „Wertholz“ für die Möbel- und Bauindustrie verwendet. Der Rest des entnommenen Holzes (vor allem Äste, schiefe Stämme, oder auch „Käferholz“) wird noch im Wald in einen Anhänger „gehackt“ und per Traktor oder LKW direkt in die Heizwerke der EVN gebracht. 
 
Für LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf ist Naturwärme ein Beleg dafür, das nachhaltige Energieproduktion sowohl ökologisch, als auch ökonomisch Sinn macht: „Mit der Nutzung  lokaler Biomasse unterstützen wir heimische Bauern, anstatt Millionen in unsichere Weltregionen zu schicken. Alleine die 750 Nahwärmeanlagen in Niederösterreich und die privaten und gewerblichen Holzfeuerungen sichern mehr als 250 Mio. Euro Wertschöpfung pro Jahr im Land“. 
 
 
EVN Wärme GmbH
 
Der Einsatz erneuerbarer Energien ist für die EVN insbesondere im Wärmebereich seit vielen Jahren von großer Bedeutung. Die EVN betreibt heute mit Partnern aus der Landwirtschaft und der Sägeindustrie bereits über 60 Biomasseanlagen in ganz Niederösterreich. Etwa zwei Drittel der gelieferten kommunalen Fernwärme wird aus Biomasse erzeugt.
 
Durch die enge Kooperation der EVN mit der regionalen Land- und Forstwirtschaft bleibt die Wertschöpfung der Region erhalten. Die EVN setzt auf regionale Biomasse und arbeitet nur mit österreichischen Partnern. Mit einem Einsatz von rund 1,5 Millionen Schüttraummeter Hackschnitzel ist die EVN der größte Naturwärmeversorger aus Biomasse in Österreich. 
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