07.09.2019

Meilenstein in der Öko-Energieerzeugung

1 Terawattstunde umweltfreundliche Energie für Steyr
Seit 2013 versorgt das Biomasseheizkraftwerk Steyr/Ramingdorf die Region Steyr mit umweltfreundlicher Naturwärme und Ökostrom aus Biomasse.
 
Nun wurde die Grenze der ersten Terawattstunde an Öko-Energie-Erzeugung geknackt. Diese Terawattstunde Naturwärme und Ökostrom, also 1 Milliarde Kilowattstunden, entsprechen rund 3 % des jährlichen elektrischen Nutzenergiebedarfs in Österreich.
 
Für diesen Meilenstein wurde eine symbolische Auszeichnung an die Stadt Steyr und an die Gemeinde Behamberg überreicht.
 
Die beiden Bürgermeister Gerald Hackl und Karl Josef Stegh sind sich einig, weiterhin ein klares Zeichen in Sachen Klimaschutz in der Region Steyr setzen zu wollen. Durch den Rohstoff Holz, das überwiegend aus niederösterreichischen Wäldern stammt, konnten durch die Anlage in den letzten Jahren bereits 300.000 t CO2 eingespart.
 
„Das Angebot von sauberer Energie hat für einen Industriestandort wie Steyr große Bedeutung. Grüne Energie ist nicht nur für die Steyrer Wohnbauten wichtig, sondern auch für einen Weltkonzern wie z.B. BMW ein wichtiger Standortfaktor“, so Hackl.

Ausbau der Naturwärme geht weiter – Menschen wollen Beitrag leisten
 
„Der Ausbau des Fernwärmenetzes in Steyr war sehr erfolgreich und der Ausbau geht mit voller Kraft weiter. Die Nachfrage der Kunden ist ungebrochen und wir erweitern jedes Jahr das Fernwärmenetz. Klimafreundlichkeit, Umweltschutz und die hohe Sicherheit, die Fernwärme bietet, sind die Argumente, die auch unsere Kunden überzeugen“, erklärt Fernwärme Steyr Geschäftsführer Wolfgang Baumgartner.
 
Viele Einwohner möchten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten und entscheiden sich für die umweltfreundliche Naturwärme.
 
„Beispielweise kann jemand die klimaschädliche Wirkung der Urlaubsreise mit seinem Partner nach Australien dadurch kompensieren, dass sie fünf Jahre nicht das benzinangetriebene Auto nutzen oder alternativ 7 Jahre mit Naturwärme statt mit Öl oder Gas heizen“, rechnet Geschäftsführer der Bioenergie Steyr Andreas Oberhammer vor.
 
Kraftwärme-Kopplungs-Anlage Steyr/Behamberg –
Energie aus umweltfreundlicher, nachwachsender Biomasse

 
Herzstück der oberösterreichisch-niederösterreichischen Naturwärme-Partnerschaft, die auf erneuerbarer Energie basiert, ist das Biomasseheizkraftwerk, das über ein rund 12 Kilometer langes Fernwärmeleitungsnetz das Stadtgebiet erschließt. Damit können Betriebe und Wohnungen in der drittgrößten Stadt Oberösterreichs umweltfreundlich mit Wärme und Strom aus Biomasse versorgt werden.
 
Das Biomasseheizkraftwerk verfügt über eine thermische Leistung von max. 20 Megawatt und eine elektrische Leistung von 5 Megawatt. Das Kraftwerk liefert für über 8.000 Haushalte und Betriebe umweltfreundliche, erneuerbare und CO2-neutrale Wärme zum Heizen und versorgt Industrie- und Gewerbebetriebe mit Prozesswärme. Darüber hinaus wird in dem Biomasseheizkraftwerk elektrischer Strom erzeugt – mit der erzeugten Menge von rund 40 Millionen Kilowattstunden kann der Jahresstrombedarf von weiteren 12.000 Haushalten mit fast 30.000 Einwohnern gedeckt werden.

Nutzung von Fernwärme ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz

Eine Schlüsseltechnologie, die Fernwärme so effizient macht, ist die Kraft-Wärme-Kopplung. Darunter versteht man die gleichzeitige Produktion von Wärme und Strom. Basis hierfür ist die Verbrennung des Energieträgers Biomasse. Mit der entstehenden Verbrennungshitze wird Dampf zum Antrieb einer Dampfturbine erzeugt, die wiederum den Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die beim Prozess entstehende Abwärme wird für das Erhitzen des Wassers im Fernwärmenetz genutzt. In Steyr sorgt die hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage durch den Einsatz von rund 250.000 Schüttraummeter Hackschnitzel, für eine CO2-Einsparung von rund 50.000 Tonnen pro Jahr. Der überwiegende Teil der erforderlichen Biomasse stammt zudem aus der Region, was für eine nachhaltige regionale Wertschöpfung sorgt. Eingesetzt wird Waldhackgut aus der Durchforstung der heimischen Wälder.
 
Gleichzeitig wird mit dem Fernwärmeprojekt ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Steyr geleistet. Vor allem Verkehr und das Heizen sorgen in den städtischen Bereichen für eine massive Feinstaubbelastung. Mit dem Einsatz von Fernwärme kann durch die hocheffiziente Produktion sowie dem Einsatz modernster Filter die Entstehung von Feinstaub aber deutlich reduziert werden. Daher ist die Fernwärmenutzung eine nachhaltige Umweltschutzmaßnahme und trägt wesentlich zur Verbesserung der Luftsituation bei.

Projektdaten

Operative Firmen:
  • Energieerzeugung: Bioenergie Steyr GmbH
  • Wärmeverteilung: Fernwärme Steyr GmbH
     
Erzeugungsanlage:
  • Biomassefernwärmeleistung: 20 MW oder 20.000 kW
  • Biostrom Elektrische Leistung: 5 MW oder 5.000 kW
  • Wirkungsgrad im Winter mit Fernwärmekopplung: 90%
  • Länge Fernwärmenetz: rund 11 km
  • Jährliche Stromerzeugung:
    rd. 40 GWh (entspricht dem Strombedarf von ca. 12.000 Haushalten)
  • Jährliche Wärmeerzeugung:
    rd. 100 GWh (entspricht dem Wärmebedarf ca. 13.000 Haushalten)
  • Beitrag zur CO2 Reduktion: rd. 50.000 t/Jahr
  • Durch die regionale Energieaufbringung aus Biomasse werden die österreichischen Energieimporte um 1 Promille reduziert
  • Rund 250.000 SRM Biomassebedarf je Jahr. Die Biomasse kommt Großteils aus einem Umkreis von rund 25 km von Ramingdorf (Standort der Anlage)
Fotos zum Download:

Bild 1: Geschäftsführer der Bioenergie Steyr Andreas Oberhammer,  Fernwärme Steyr Geschäftsführer Wolfgang Baumgartner, Bürgermeister Behamberg Karl Josef Stegh,  Bürgermeister Steyr Gerald Hackl, Fernwärme Steyr Geschäftsführer Bernhard Baumgartner
 
Bild 2: Fernwärme Steyr Geschäftsführer Wolfgang Baumgartner, Geschäftsführer Energie AG Erzeugung Josef Postl, Geschäftsführer der Bioenergie Steyr Andreas Oberhammer; Vizebürgermeister Helmut Zöttl, Bürgermeister Behamberg Karl Josef Stegh,  Bürgermeister Steyr Gerald Hackl, Fernwärme Steyr Geschäftsführer Bernhard Baumgartner, Vorstand Energie AG Andreas Kolar, Geschäftsführer EVN Wärme Gerhard Sacher und Alfred Freunschlag
 
Fotocredits: Energie AG / Wakolbinger
 
Alle Fotos können im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung bei Nennung des jeweiligen Copyrights honorarfrei veröffentlicht werden.
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