07.12.2020

Revision der thermischen Abfallverwertungsanlage Dürnrohr beendet

Nun ist die Anlage wieder „fit“ und kann ihren Entsorgungsauftrag erfüllen und die Abfallverwertung in Niederösterreich weiterhin sicherstellen
„Boxenstopp“ für die Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr: Einmal im Jahr wird jede der drei Linien für ca. drei Wochen außer Betrieb genommen und für die nächsten 8.000 Betriebsstunden „fit“ gemacht. Jetzt wurde die jährliche Revision der Linie 3 abgeschlossen. Seit Anfang November haben bis zu 150 Fachkräfte von 20 verschiedenen regionalen Firmen und der EVN selbst die einzelnen Anlagenteile gereinigt, kontrolliert, notwendige Reparaturen durchgeführt und Ersatzteile eingebaut. 

Geschäftsführer Gernot Alfons: „Trotz der erschwerten Bedingungen und Einschränkungen durch die Corona Maßnahmen konnten wir alle Arbeiten sicher durchführen und unseren Zeitplan einhalten. Ich bin stolz auf das Team, dass wir diese Aufgabe in dieser herausfordernden Zeit gemeinsam meistern konnten." 

Nun ist die Anlage wieder „fit“ und kann ihren Entsorgungsauftrag erfüllen und die Abfallverwertung in Niederösterreich weiterhin sicherstellen. Denn die Abfallverwertungsanlage spielt derzeit noch eine andere wichtige Rolle:„Bei Verbrennungstemperaturen von über 1.000°C können wir aktuell die im Haushaltsrestmüll befindlichen Abfälle wie Schutzmasken, Einweganzüge und Einweghandschuhe gesichert verbrennen“, erläutert Alfons diesen Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung.

Seit der Stilllegung des benachbarten Kohlekraftwerks Dürnrohr sichert die Energie aus dem Müll außerdem im Alleingang die Energieversorgung der Region. 


EVN Abfallverwertung NÖ: Aus Müll wird Energie

Die Thermische Abfallverwertungsanlage ist ein wichtiger Eckpfeiler des Energieknotens Dürnrohr. Das Energiepotenzial der Anlage beträgt 210 MW. Aus dem angelieferten Abfall entsteht Dampf, welcher zur Erzeugung von Strom sowie Fernwärme für die Gemeinde Zwentendorf und zwei Drittel der Landeshauptstadt St. Pölten verwendet wird. Zusätzlich wird die AGRANA Stärke GmbH mit Prozessdampf beliefert. Durch Energie aus Abfall werden dadurch fossile Energieträger eingespart.

„Waste-to-energy“ nennt man diese zukunftsweisende Kombination von thermischer Abfallbehandlung und Energiegewinnung. Die MVA Dürnrohr setzt diesbezüglich in Österreich neue Maßstäbe im Umgang mit Abfall: Der nicht sinnvoll recyclebare Anteil des Abfalls wird in der hochmodernen Anlage umweltschonend verbrannt, erzeugt Energie und liefert Wertstoffe wie z. B. Gips und Eisenschrott. Nur etwa 10 % des Volumens bleiben als Schlacke über, die gefahrlos für das Grundwasser auf Deponien abgelagert wird. Da in der Schlacke immer noch wertvolle Rohstoffe enthalten sind, wird diese vor der endgültigen Ablagerung einer weiteren Aufbereitung unterzogen.
Mit einer Kapazität von 500.000 Tonnen Hausrest- und Sperrmüll sowie Gewerbe- und Industrieabfälle pro Jahr verbindet die Anlage die umweltgerechte Behandlung von Abfällen, die Nutzung der Energie im Müll zur Erzeugung von Strom für  Haushalte, Fernwärme und Prozessdampf für die Industrie sowie den Transport der Abfälle und Reststoffe per Bahn. Im Mittelpunkt steht die ökologisch bestmögliche Behandlung von Abfällen, das heißt, die Zerstörung der Schadstoffe im Müll bei Verbrennungstemperaturen von über 1.000° C und die Extraktion der nicht zerstörbaren Schadstoffe durch eine moderne, dreistufige Rauchgasreinigungsanlage. Die Energie im jährlich verbrannten Müll entspricht der Energie von ca. 100.000 Tonnen Steinkohle.  


FACTS

Jänner 2004:     Betrieb Linie 1+2 mehr als 300.000 t/Jahr
Jänner 2010:     Betrieb Linie 1+2+3 mehr als 500.000 t/Jahr
  • Abfallart: Hausrest- und Sperrmüll, Industrie- und Gewerbeabfälle
  • Zerstörung der Schadstoffe im Müll bei über 1.000 Grad Celsius , „Hygienisierung“ der Abfälle ist in Zeiten der Coronapandemie eine wichtige Aufgabenstellung der thermischen Abfallverwertung !
  • Energie aus Müll ersetzt 100.000 t Kohle bzw. 10 Mio. m3 Gas pro Jahr
  • Erzeugung von Strom, Fernwärme und Prozessdampf für die Industrie
  • Reduktion des Müllvolumens auf 1/10
  • Ressourcenschonung
  • Verminderung von Emissionen durch 3-stufige Rauchgasreinigung
  • Reduktion von CO2 und Treibhauseffekt
  • Verbesserte Luftqualität 
  • Großteils umweltfreundliche Anlieferung per Bahn 


Fotocredits:
Bild 1: EVN / Severin Wurnig
Bild 2: EVN / Gabriele Moser

Fotodownload
Bild 1: Geschäftsführer Gernot Alfons
Bild 2: Boxenstopp in der Abfallverwertungsanlage Dürnrohr
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