07.02.2018

Innovativer Batteriespeicher für Ökostrom

Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird auch dann erzeugt, wenn er gerade nicht benötigt wird. Um diese natürlichen Schwankungen auszugleichen, hat die EVN in Prottes zu Testzwecken einen Smart Grid Batteriespeicher in Betrieb genommen.

Batteriespeicher soll Schwankungen ausgleichen

In direkter Nähe zum ertragsstärksten Windpark der EVN wird seit November erforscht, wie moderne Batteriespeicher die Schwankungen von Windkraft und Photovoltaik ausgleichen können. „Damit können der Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung und die Versorgungssicherheit Hand in Hand gehen“, erläutert EVN Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz.
 
Zum Hintergrund des Projekts: Im Stromnetz muss immer so viel Strom erzeugt werden, wie gerade verbraucht wird. An manchen Tagen übersteigt jedoch die Windstromproduktion den aktuellen Bedarf deutlich. Dieser Effekt wird sich mit dem Ausbau von Windkapazitäten in den nächsten Jahren noch verstärken. Innovative Speicherkonzepte sind deshalb der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende.
 
Der Prototyp des Smart Grid Batteriespeichers steht im EVN Umspannwerk Prottes, gleich neben dem im Jahr 2015 eröffneten EVN Windpark. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf über das Projekt: „Niederösterreich erzeugt 100 % seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien, allerdings nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit. Deshalb wollen wir mit Speicherprojekten wie in Prottes die Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit ausbauen.“
 
 

Vorteile von Batteriespeichern

Das begleitende Forschungsprogramm „BatterieSTABIL“ in Kooperation mit der TU Wien und dem Austrian Institute of Technology (AIT) analysiert die Einsatzmöglichkeiten von Batterien zur Netzstabilisierung. Vor allem die Vorteile gegenüber konventionellen Kraftwerken stehen dabei im Fokus: kurze Reaktionszeiten bei Netzschwankungen und das gleichzeitige Ausführen mehrerer Funktionen.
 
Das System ist darüber hinaus schwarzstartfähig: Der Batteriespeicher kann also bei einem Blackout den Wiederaufbau der Stromversorgung anstoßen.
 
Insgesamt wurden rund 3 Mio. Euro in den Speicher investiert, der über eine Leistung von 2,5 MW und eine Kapazität von 2,2 MWh verfügt.
 
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