12.01.2017

Nachhaltiger Strom „im Vorbeigehen“

In den USA hat ein Forscherteam der University of Wisconsin-Madison einen laminatähnlichen Bodenbelag entwickelt, der durch Reibung und Druck Strom erzeugt. Aktuell arbeitet das Team an einem Prototyp für seinen Campus.

Stromerzeugung „im Vorbeigehen“

Ein Forscherteam an der US-amerikanischen University of Wisconsin-Madison hat einen Bodenbelag entwickelt, der durch Druck und Reibung Strom erzeugt. Das Geheimnis liegt in der Kombination je einer Schicht aus Zellulosefasern und einer weiteren Schicht aus fluoriertem Ethylen-Propylen. Werden diese beiden Schichten – z.B. eben durch das Gewicht eines darüber gehenden Menschen – komprimiert, entsteht Reibung und daraus Elektrizität. Verlegt man nun diesen laminatähnlichen Bodenbelag dort, wo viele Menschen gehen, könnte damit „Schritt für Schritt“ tatsächlich Strom fließen.


Nachhaltiger Nanogenerator

Das Prinzip ist dasselbe, das hinter statischer Elektrizität z.B. auf unserer Kleidung steckt: Durch Reibung wird Strom erzeugt. Heute schon genutzt wird dieses Phänomen z.B. für (Kinder-)Schuhe. Hier sorgt ein zur Sohle umfunktionierter, sogenannter Nanogenerator dafür, dass bei jeder Fußbewegung Strom erzeugt wird, der für ein Blinken und Leuchten am Schuh sorgt.

Die US-Forscher rund um Xudong Wang nutzen diese Art der Stromerzeugung bei der Entwicklung ihres innovativen Bodenbelags. Die neuartige Faserplatte kann bei einem durchschnittlichen menschlichen Schritt rund 30 Volt Spannung mit 90 Mikro-Ampere erzeugen. Neben ihrer im Labor bereits getesteten Langlebigkeit gibt es noch ein weiteres Plus: Eine der Belagsschichten besteht aus Zellulose-Nano-Fasern – einem erneuerbaren Abfallprodukt, das bei der Holzverarbeitung und Papierherstellung anfällt.

Aktuell wird an einem Prototyp gearbeitet, der auf dem Campus der Universität eingebaut werden soll. In späterer Folge soll die neue Technologie in die Böden von hochfrequentierten Plätzen, wie z.B. Einkaufszentren, integriert werden.

Quelle 

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