Smart Grid

Smart Grid

Smart Grids sind intelligente Stromnetze, die für eine bessere Abstimmung von Energiebedarf und Energieaufbringung sorgen. Sie könnten in naher Zukunft eine große Rolle für die Energieversorgung spielen.

Was ist ein Smart Grid?

Das heutige Stromnetz ist bereits in vielen Bereichen mit intelligenten Komponenten ausgestattet. Diese unterstützen die Stromnetzbetreiber dabei, die zuverlässige Stromversorgung Österreichs aufrecht zu erhalten. Damit das Netz für zukünftige Anforderungen (dezentrale, erneuerbare Energieerzeugung) gerüstet ist, sollen noch zahlreiche weitere solcher Komponenten eingesetzt werden. Fachleute sprechen vom Smart Grid − dem Stromnetz der Zukunft. 

Konventionelles System Smart Grid
HIerarchische Struktur Verteilte Komponenten unterschiedlicher Größe
Hauptsächlich große zentrale Kraftwerke Einbindung dezentraler Erzeuger (DEG: Distributed Energy Generation)
Große wenige zentrale Energiespeicher 
(Pumpspeicherkraftwerke)
Einbindung vieler kleiner dezentraler Energiespeicher
(E-Mobil)
IKT nicht flächendeckend eingesetzt Intelligentere Komponenten
  Durchgängige Verwendung von IKT bis zum Endkunden


Paradigmenwechsel im Stromnetz

Das Stromnetz ist im Wandel begriffen. Aus dem hierarchisch-konventionellen System entsteht ein flexibles dezentrales System, in dem Konsumenten gleichzeitig zu Produzenten werden. Konventionelle Stromnetze sind hierarchisch aufgebaut. Wenige große Kraftwerke erzeugen an zentralen Punkten den Strom. Über Leitungen gelangt der Strom von den Kraftwerken zu den Haushalten.
 
Die Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne unterliegt wetterbedingten und jahreszeitlichen Schwankungen, die sich auf die Energieerzeugung und auf die Einspeisung und damit auf das Netz auswirken. Das Stromnetz muss diese Schwankungen rasch erkennen und ausgleichen. Um Leistungsspitzen zu glätten und Netzüberlastungen zu vermeiden, wird das Stromnetz der Zukunft flächendeckend mit Informations- und Kommunikationstechnik ausgestattet sein. Damit wird es auf die Anforderungen, die sich aus Verbrauch bzw. Erzeugung ergeben, rasch und richtig reagieren können.
 

Einführung von Smart Meter

Eine EU-Richtlinie fordert die Einführung von Smart Metern für mindestens 80 % aller Stromkunden bis spätestens 2020. Da Österreich in diesem Bereich eine Vorreiterstellung einnimmt, wurde vom Österreichischen Gesetzgeber die Einführung von Smart Metern für 95 % aller Stromkunden bis spätestens 2019 vorgeschrieben.


Was kann der Smart Meter?

Die heutige Stromzähler-Technologie (der sogenannte Ferraris-Zähler) ist seit über hundert Jahren unverändert im Einsatz. Musste der Zählerstand bisher vor Ort abgelesen werden, ist das durch den voll digitalen Smart Meter nicht mehr notwendig. Die Zählerdaten (im Viertelstundenraster) werden automatisch an den Netzbetreiber übermittelt und das täglich, anstatt wie bisher einmal im Jahr. 
 
Durch diese genaue Erfassung haben Kundinnen und Kunden eine genaue Übersicht über ihren Stromverbrauch. Dadurch können nicht nur das Verbrauchsverhalten angepasst, sondern auch passende sparsamere Tarife ausgesucht werden. Durch den Einsatz von Smart Metern wird ein Einsparungseffekt von ca. 2 % erwartet.
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