Gas und Kohle

Gas und Kohle

Neben erneuerbaren Energien erzeugt die EVN mit Hilfe von Gas und Kohle mit modernen und umweltfreundlichen Anlagen Elektrizität und Wärme. Drei leistungsstarke Kraftwerke sorgen bei Stromengpässen für Versorgungssicherheit.

Kraftwerk Dürnrohr

Das 1987 in Betrieb genommene Kraftwerk besteht aus zwei Kraftwerksblöcken, von denen einer mit einer Leistung von 352 MW von der EVN betrieben wird. Die Idee des Gas-/Kohle-Kraftwerks ist, einen möglichst hohen elektrischen Wirkungsgrad mit dem modernsten Standard von Umwelteinrichtungen zu verbinden.

30% der Kraftwerksbaukosten wurden für Umweltschutzeinrichtungen verwendet. Durch diese Investitionen wirken Rauchgasreinigung, ein ausgeklügeltes Messsystem und Recycling hervorragend zusammen. Der Wirkungsgrad in Dürnrohr liegt über jenem herkömmlicher Kohlekraftwerke.

Weiter erhöht wird der Wirkungsgrad durch die Auskopplung von Fernwärme, mit der St. Pölten und die Ortschaften Zwentendorf und Pischelsdorf versorgt werden. Zusätzlich liefert das Kraftwerk Dürnrohr der Bioethanolanlage der AGRANA einen Großteil des benötigten Prozessdampfes. Die Versorgung der Landeshauptstadt mit Wärme erfolgt über die mit 31 km längste Fernwärmeleitung Österreichs.


Innovationsstandort Dürnrohr

In den letzten Jahren hat sich der Kraftwerksstandort Dürnrohr zu einem Innovationsstandort entwickelt. Neben Österreichs größter CO2 Abscheideanlage aus Kraftwerksrauchgasen befindet sich in Dürnrohr unter anderem auch die bundesweit erste CSP (Concentrated Solar Power) –Demonstrationsanlage.
 
In der CO2 Abscheideanlage wird Kohlendioxid in Flaschen gefüllt. So können Emissionen reduziert und reines CO2 als wertvoller Rohstoff weiterverwendet werden.
 
Zentraler Bestandteil der CSP-Demonstrationsanlage ist der sogenannte HELIOtube. Dies ist ein aufblasbarer Sonnenkonzentrator aus Kunststofffolien, der mit Hilfe einer Spiegelfolie das Sonnenlicht konzentriert und es so wirtschaftlich nutzbar macht.


Kraftwerk Theiß

Das Wärmekraftwerk Theiß ist mit einer Nennleistung von 800 MW das leistungsstärkste kalorische Kraftwerk der EVN. Es besteht aus zwei Blöcken, dem Block A und dem Block B. Zusätzlich stehen zwei Gasturbinen in Reserve zur Verfügung, die seit dem 2011 beschlossenen Atomausstieg auch als Kaltreserve für das deutsche Stromnetz fungieren. Als Brennstoff kommt grundsätzlich Erdgas zur Verwendung. Nur bei unvorhersehbaren Engpässen könnte aus Gründen der Versorgungssicherheit Heizöl als Energieträger eingesetzt werden.
 
Eine deutliche Verbesserung der Umweltleistung wurde im Zuge des zwischen 1998 und 2000 realisierten Modernisierungsprojekts erreicht. Mit einer neuen Gasturbine und der Schaffung der Möglichkeit zur Wärmeauskopplung für Zwecke der Fernwärmeversorgung sowie durch eine hocheffiziente Rauchgasreinigungsanlage konnte eine weitere deutliche Senkung der Emissionen erfolgen.
 
Beim Kraftwerk Theiß befindet sich auch der größte Fernwärmespeicher Europas, mit einem Fassungsvermögen von 50.000 Kubikmeter Wasser. Mit der Nutzwärme des Kraftwerkes Theiß werden die Stadt Krems an der Donau, und die Gemeinden Gedersdorf und Grunddorf mit Wärme versorgt.


Kraftwerk Korneuburg

Das aus zwei Blöcken bestehende Kraftwerk Korneuburg wurde 1958 in der Gemeinde Langenzersdorf, in unmittelbarer Nähe zur Gemeindegrenze von Korneuburg errichtet.
 
Der Kraftwerksblock der EVN war eine der ersten Anlagen, in der Gasturbinen und Dampfturbinen kombiniert wurden. 1980 wurde der Block durch eine Kombianlage mit dem damals weltbesten Wirkungsgrad von 47,6 % ersetzt. Durch den Austausch der Gasturbine im Jahr 2003 wurden die Leistung auf 150 MW und der Wirkungsgrad auf annähernd 50 % gesteigert.
 
Das seit dem Jahr 1977 bestehende und vom Kraftwerk Korneuburg gespeiste Fernwärmenetz wurde in den letzten Jahren durch die EVN Wärme auf rund 6 km Länge erweitert und beliefert die Stadt Korneuburg.
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