Fernwärme-Transportleitung von Dürnrohr nach St. Pölten

Die EVN liefert seit der Heizperiode 2009/10 zwei Drittel des gesamten Wärmebedarfs der NÖ Landeshauptstadt über eine 31 km lange Transportleitung aus Dürnrohr nach St. Pölten. Die spezialisolierte Fernwärmeleitung verläuft parallel des Perschlingtalkanals und durch das Traisental bis in die niederösterreichische Landeshauptstadt. Sie hat einen Durchmesser von 700 Millimeter und ist die längste Fernwärme-Transportleitung Österreichs. Eine Spezialisolierung sorgt für besonders geringe Wärmeverluste. Das am Standort Dürnrohr mit 140 Grad in die Leitung abgegebene heiße Heizwasser kommt nach 31 km im Fernheizwerk St. Pölten Nord mit beachtlichen 138 Grad an. Die Investitionskosten betragen rund 35 Mio. Euro.

Die umweltfreundliche Wärme aus dem EVN Energiestandort Dürnrohr stammt gleich aus drei Quellen: Abwärme aus dem Wärmekraftwerk Dürnrohr und Prozesswärme aus der Müllverbrennungsanlage. Bis zur Fertigstellung der Leitung wird die Fernwärme für rund 6.000 Kunden in St. Pölten in zwei erdgasbefeuerten Heizwerken erzeugt. Die EVN liefert ab der Heizperiode 2009/10 rund 200 GWh Fernwärme pro Jahr in die Landeshauptstadt und ersetzt damit weitgehend den fossilen Energieträger Erdgas.

Die Nutzung der Abwärme aus Dürnrohr spart rund 21 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Jahr und damit mehr als 40.000 Jahrestonnen an CO2 -Emissionen. Dadurch wird auch ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Am 20.05.2008 erfolgte der Spatenstich für dieses innovative Umweltprojekt durch LH Dr. Erwin Pröll, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und EVN Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer. Zur Realisierung des Vorhabens hat die Stadt St. Pölten ihre Fernwärmeaktivitäten aus den St. Pöltener Stadtwerken in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert, an der die EVN AG 49 % Anteil hält. 

Technische Details:
  • 31 km Fernwärmeleitungsbau
  • 5 Dücker
  • mehrere Strassen- und Eisenbahnquerungen
  • mehrere km Grundwasserabsenkungen während der Bauphase um die Fernwärmeleitung in die Künette absenken zu können.
  • Finanzierung von Ausgrabungen des Bundesdenkmalamtes im Umfang von rund 10.000 h wissenschaftlichen archäologischen Grabungsarbeiten
  • ca. 1/2 Mio. m³ Erdbewegungen
  • fast 100 ha Baufläche
 
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Bau der Fernwärmeleitung
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