Windkraftanlagen werden laufend technisch weiterentwickelt. Beim sogenannten Repowering werden ältere Anlagen durch moderne, leistungsstärkere Windräder ersetzt. So kann an bereits bestehenden Windkraftstandorten mehr Strom erzeugt werden – teilweise sogar mit weniger Anlagen.
Was bedeutet Repowering?
Repowering bezeichnet die Modernisierung eines bestehenden Windparks. Dabei werden ältere Windkraftanlagen abgebaut und durch neue Anlagen ersetzt.
Moderne Windräder verfügen in der Regel über eine höhere Leistung, größere Rotoren und höhere Nabenhöhen. Dadurch können sie an einem geeigneten Standort mehr Windenergie zur Stromerzeugung nutzen.
Wie stark die Stromerzeugung durch ein Repowering steigt, hängt vom jeweiligen Standort und den eingesetzten Anlagen ab. Bei EVN Projekten zeigen sich deutliche Unterschiede: Im Windpark Japons wurden beispielsweise sieben ältere Windräder durch drei neue ersetzt, die fast doppelt so viel Strom erzeugen können. In Prellenkirchen wurden acht ältere Anlagen durch sieben neue ersetzt und die mögliche Stromerzeugung mehr als vervierfacht.
Welche Vorteile bietet Repowering?
Ein bestehender Windkraftstandort kann durch Repowering mit neuer Anlagentechnik weiterentwickelt werden. Daraus können mehrere Vorteile entstehen:
- Mehr Stromerzeugung: Moderne Windkraftanlagen können aufgrund ihrer höheren Leistung und größeren Rotorflächen deutlich mehr Strom erzeugen als ältere Anlagen.
- Weniger Anlagen möglich: Je nach Projekt kann die Anzahl der Windräder reduziert und gleichzeitig die Stromerzeugung erhöht werden.
- Bestehende Standorte: Repowering findet an bereits für Windkraft genutzten Standorten statt. Vorhandene Infrastruktur kann dabei teilweise weitergenutzt werden, sofern dies technisch möglich ist.
- Moderne Anlagentechnik: Neue Windkraftanlagen verfügen über aktuelle Steuerungs-, Überwachungs- und Sicherheitstechnik.
- Schallemissionen: Moderne Anlagen können gegenüber älteren Windkraftanlagen geringere Schallemissionen aufweisen. Entscheidend sind dabei unter anderem Anlagentyp, Standort und Betriebsweise.
Was passiert mit alten Windkraftanlagen?
Beim Repowering werden die bestehenden Windkraftanlagen zurückgebaut. Dabei fallen unterschiedliche Materialien und Bauteile an, darunter Stahl, Beton, Kupfer, Aluminium und Verbundwerkstoffe.
Viele dieser Materialien können bestehenden Verwertungs- und Recyclingwegen zugeführt werden. Bei Rotorblättern ist die Verwertung aufgrund der eingesetzten Verbundwerkstoffe technisch anspruchsvoller. Auch hierfür werden unterschiedliche Recycling- und Verwertungsverfahren eingesetzt und weiterentwickelt.
Ob einzelne Komponenten oder komplette Anlagen weiterverwendet werden können, hängt unter anderem von ihrem technischen Zustand und den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.
Repowering bei der EVN
Die EVN Naturkraft hat bereits mehrere Windparks modernisiert. Ein Beispiel ist der Windpark Prellenkirchen: Dort wurden acht ältere Windkraftanlagen mit insgesamt 14,4 MW Leistung durch sieben neue Anlagen mit insgesamt 47,6 MW ersetzt. Die neuen Windräder wurden Ende 2025 in Betrieb genommen.
Auch in Japons und Sigleß-Pöttelsdorf wurden bestehende Windparks bereits repowert. Weitere Projekte zeigen, wie unterschiedlich Repowering ausfallen kann: In Ebenfurth wurden drei ältere Anlagen durch drei neue ersetzt, während beim Repowering in Großsierning die Zahl der Windräder reduziert wird.
Aktuell betreibt die EVN Naturkraft 31 Windparks in Österreich und Bulgarien mit insgesamt 183 Windrädern und rund 570 MW Gesamtleistung.
Mehr Informationen zu unseren Anlagen und Windkraftprojekten finden Sie bei EVN Naturkraft.
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