Geothermie ist eine vielversprechende erneuerbare Energiequelle: Sie liefert nachhaltige Wärme direkt aus der Tiefe der Erde – rund um die Uhr und unabhängig von Wetter oder Energieimporten. Damit Geothermie auch eine sicheres Generationenprojekt ist, müssen wir unsere wissenschaftlichen Hausaufgaben machen. Genau hier setzt das Forschungsprojekt SEISMOS an.
Gemeinsam mit der Universität Wien, der Universität Salzburg und GeoSphere Austria beschäftigen wir uns intensiv mit den seismischen Rahmenbedingungen unserer Geothermieprojekte.
Was heißt das?
Unser erstes Projektegebiet, die „Thermenregion“ ist eine „seismisch aktives Gebiet“, d.h. es gibt hier in der Region jedes Jahr eine Vielzahl an seismischen Bewegungen im Untergrund – also kleinere Erdbeben. Viele davon sind an der Oberfläche nicht wahrnehmbar. Menschen aus der Region berichten aber durchaus davon, dass sie es kennen, das hier „manchmal die Wände wackeln“.
Bei einem Projekt, bei dem man vorhat, mehrere tausend Meter tief in die Gesteinsschichten vorzudringen, muss man sich deshalb natürlich damit auseinandersetzen, welche Auswirkungen das auf die Aktivitäten im Untergrund haben kann.
Dafür wurde im Rahmen von SEISMOS die geologische und seismische Situation im südlichen Wiener Becken umfassend analysiert. Wir wissen nun besser über vorhandene geologische Störungen und ihre Eigenschaften Bescheid. Wir kennen die Rahmenbedingungen, unter welche diese Störungen „aktiviert“ werden könnten und wissen, welche Auswirkungen das auf der Oberflächen haben könnte. Und wir haben ein Konzept für ein modernes seismisches Monitoring, mit dem Geothermieanlagen laufend überwacht werden können.
Mit diesem Wissen sind wir startklar, um unser Geothermieprojekt zu einem echten Generationenprojekt zu machen: Nachhaltig und im Einklang mit Sicherheit, Umwelt und Bevölkerung.
3D-Visualisierung des Wiener Beckens mit Transferstörsystem und relokalisierten Erdbebenhypozentren.